Mord in Berlin-Frohnau: 33 Jahre nach der Tat – Mordfall nahe Glienicke bei Aktenzeichen XY

Das Opfer: Ella Dörrier wurde in der Nacht vom 19. zum 20. August 1990 in ihrem Haus im Otternweg 7 in Frohnau, unmittelbar hinter der Glienicker Ortsgrenze, ermordet. Der Fall ist noch nicht aufgeklärt.
Polizei Berlin33 Jahre nach der Tat wird ein Mordfall in Berlin-Frohnau, der sich unmittelbar an der Ortsgrenze von Glienicke ereignet hat, neu aufgerollt. Neun Monate nach dem Fall der Mauer wurde im Otternweg, der sich unmittelbar hinter dem Glienicke Entenschnabel befindet, die damals 77-jährige Ella Dörrier getötet.
Diesen Mittwoch, 17. Januar, wird der Fall in der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ vorgestellt. Das ist laut Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft passiert: In der Nacht vom 19. zum 20. August 1990 wurde die Rentnerin in ihrem Haus im Otternweg 7 in Berlin-Frohnau getötet. Ermittlungen ergaben, dass mehrere Nachbarn in jener Nacht gegen 2 Uhr Schreie einer Frau wahrgenommen haben, die jedoch keiner konkreten Person zugeordnet werden konnten. Ella Dörrier wurde am Abend des 20. August 1990 tot im Haus aufgefunden. An der Rückseite des Hauses war ein geöffnetes Kellerfenster mit einem entfernten Fenstergitterstab festgestellt worden.

Einstieg durchs Kellerfenster. Zuvor wurde ein Gitterstab entfernt. Jetzt fragt die Polizei: gab es im Sommer 1990 ähnliche Vorfälle in Glienicke?
Polizei BerlinEhemann von Ella Dörrier sammelte Antiquitäten
Frau Dörrier und ihr Mann Walter lebten unweit der Berliner Mauer seit 1973 in der Villa. Der Ehemann soll ein leidenschaftlicher Sammler von Antiquitäten gewesen sein. Das Paar hatte keine Kinder. Seit dem Tod ihres Mannes im Mai 1987 lebte Ella Dörrier allein in dem zweigeschossigen Haus an der Grenze zu Glienicke. Bei der Pflege von Haus und Grundstück wurde sie von einer Haushaltshilfe und einem Gärtner unterstützt.

Wer kennt dieses Schmuckstück?
Polizei BerlinMehrere Schmuckstücke, die sich nach Angaben von Angehörigen im Besitz des Opfers befunden haben sollen, konnten im Haus nicht aufgefunden werden. Dazu gehört auch eine Brosche aus Gelbgold, die mit Brillanten und Perlen besetzt und in deren Mitte eine sogenannte Biberperle hängend angebracht ist.
Das Landeskriminalamt fragt nun erneut im Zusammenhang mit dem Mord, wer rund um den Tatort verdächtige Beobachtungen, zum Beispiel auffällige Personen und Fahrzeuge, gemacht hat. Weiter wird gefragt, wo im August/September 1990 Einbrüche in Frohnau und Umgebung, also auch in Glienicke, begangen wurden, bei denen der oder die Täter ähnlich wie bei Frau Dörrier über das Entfernen der Fenstergitterstäbe am Kellerfenster in das Haus gelangten? Hinweise zum Verbleib der Beute werden ebenfalls erbeten.

XY ungelöst In diesem Haus am Otternweg wurde vor 33 Jahren ein Mord verübt. Die schreckliche Tat ist immer noch nicht aufgeklärt. Jetzt wird der ominöse Fall in der Reihe "XY ungelöst". Gesucht werden auch Hinweise aus dem benachbarten Glienicke.
Polizei BerlinDie Spurenlage im Haus schließt eine Beziehungstat nicht aus. Daher fragt sie, ob es Erkenntnisse zu Personen im ehemaligen Umfeld der Frau Dörrier, die Kontakt mit ihr pflegten, gibt? Wenige Monate nach dem Fall der Berliner Mauer könnte sie auch Kontakte nach Glienicke oder Hohen Neuendorf gehabt haben.
Rudi Cerne hofft auf wichtige Hinweise
Der Fall, intern auch „Cold Case“ genannt, wurde für die aktuelle XY-Sendung nachgestellt. Die Sendung wird diesen Mittwoch um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Moderator Rudi Cerne und die Kripo hoffen auf entscheidende Hinweise, um den alten Fall doch noch aufklären zu können.
Hinweise, die auch vertraulich behandelt werden können, nimmt das Landeskriminalamt in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664911911 oder per E-Mail entgegen. Auch über die Internetwache der Polizei Berlin oder jede andere Polizeidienststelle können Hinweise gegeben werden.
Der Entenschnabel
Der Entenschnabel ist ein bebautes Areal und gehört zur Gemeinde Glienicke. Das Gebiet wird auch „Sandkrug“ genannt.
Es ragt westlich der Oranienburger Chaussee rund 570 Meter nach Berlin hin.
Der Name Entenschnabel erklärt sich aus der Vogelperspektive. Die Form der Grenzlinie nach dem Mauerbau erinnert an einen Entenkopf mit Schnabel.
Die Entenschnabel-Durchfahrt für die F 96/B 96 wurde am 3. März 1990 geöffnet.
