Munition in Hohen Neuendorf
: Neuer Sperrkreis, Todeskreuzung jetzt komplett gesperrt

UPDATE 13.2.2026, 14.45 Uhr: Im Borgsdorfer Wald bei Oranienburg wurde Kriegsmunition entdeckt. Für die Sprengung sind wichtige Straßen gesperrt. Jetzt gibt es Änderungen beim Sperrkreis.
Von
Jürgen Liebezeit
Hohen Neuendorf
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Die gefundene Bombe in Manschnow soll in wenigen Tagen gesprengt werden. Menschen müssen evakuiert werden. Alle Infos zum Sperrkreis. (Symbolbild)

ARCHIV - 07.03.2018, Niedersachsen, Lüneburg: «Kampfmittelbeseitigung» steht auf einem Fahrzeug vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen. Nach dem Fund eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg ist die Autobahn Osnabrück-Bielefeld (A33) bei Georgsmarienhütte gesperrt worden. Foto: Philipp Schulze/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Im Borgsdorfer Wald bei Oranienburg sind Kampfmittel entdeckt worden. DIe Munition soll bald gesprengt werden (Symbolbild).

Philipp Schulze/dpa
- Im Borgsdorfer Wald bei Oranienburg wurden Kampfmittel entdeckt. - Hohen Neuendorf plant Sprengung vor Ort am Dienstag, 17. Februar. - Ab 10.30 Uhr gilt ein 500-Meter-Sperrkreis; keine Evakuierungen nötig. - Gesperrt: Berliner Straße, Chausseestraße (L20), Bahnhofstraße in Borgsdorf. - Umfahrung über Birkenallee, B96, A10 oder L211; Ende voraussichtlich 13 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei Räumarbeiten im Borgsdorfer Wald bei Oranienburg sind Kampfmittel entdeckt worden. Die Stadt Hohen Neuendorf bereitet aktuell die Sprengung der Kriegsmunition vor Ort vor, weil aus Sicherheitsgründen ein Abtransport nicht möglich ist.

Weitere Angaben zum exakten Fundort im Wald zwischen Borgsdorf und Oranienburg sowie zu den genauen Umständen der Entdeckung machte Julia Effinger, Sprecherin der Stadtverwaltung in Hohen Neuendorf, am Donnerstag (12. Februar) zunächst nicht. Einen Tag später teilte die Stadt mit, dass es sich bei der Kriegsmunition um Granaten verschiedener Kalibergrößen sowie Bomben handelt. Zur Größe und Art der Bomben wurden keine Angaben gemacht.

Die Sprengung der gefährlichen Altlasten soll am Dienstag, 17. Februar, erfolgen. Evakuierungen von Häusern und Wohnungen sind nach Angaben der Stadtverwaltung nicht erforderlich.

Sperrkreis ab 10.30 Uhr zwischen Oranienburg, Lehnitz und Borgsdorf

Allerdings wird ab 10.30 Uhr ein Sperrkreis (500 Meter) eingerichtet, von dem wichtige Straßen und damit insbesondere Pendler von und nach Oranienburg betroffen sind. Allerdings gab es am Freitag eine Änderung des Sperrkreises. Folgende Straßen sind laut Stadtverwaltung nun am Dienstag (17. Februar) betroffen:

  • Berliner Straße ab Kreuzung Chausseestraße/Berliner Chaussee bis circa Höhe des griechischen Restaurants Delphi. Der Grieche befindet sich nicht im Sperrkreis.
  • die Kreuzung Chausseestraße/Berliner Chaussee (L20) wird jetzt doch vollständig gesperrt.

Entgegen ersten Plänen bleiben die Bahnhofstraße sowie die Chausseestraße (L 20 Ortsverbindung Borgsdorf–Lehnitz) bis zur Bahnhofstraße für den Verkehr weiterhin nutzbar. Die Kreuzung hat seit den 1990er-Jahren den traurigen Namen Todeskreuzung.

Neuer Sperrkreis: Jetzt befindet sich die sogenannte Todeskreuzung doch im Sperrkreis. Sie sollte nach ersten Überlegungen für den Verkehr freigehalten werden.

Neuer Sperrkreis mit Knick: Jetzt befindet sich die sogenannte Todeskreuzung doch im Sperrkreis. Sie sollte nach ersten Überlegungen für den Verkehr freigehalten werden.

Stadtverwaltung Hohen Neuendorf / Julia Effinger

Der Sperrkreis kann von und nach Oranienburg aus über Birkenallee, B96 und A10 oder über Lehnitz und Borgsdorf (Bahnhofstraße, Berliner Straße, Karl-Marx-Straße) umfahren werden. Der Umweg über Briese ist wegen des beschrankten Bahnübergangs in Borgsdorf nicht zu empfehlen.

Bis voraussichtlich 13 Uhr sollen am Dienstag alle notwendigen Sprengungen erfolgt sein. Dann wird der Sperrkreis aufgehoben.

In der Vergangenheit musste bereits mehrfach Kriegsmunition im Stadtgebiet von Hohen Neuendorf beseitigt werden. Die letzte Entschärfung eines Bomben-Blindgängers fand am 28. Januar 2021 statt. Die 250-Kilo-Bombe britischer Bauart, die im Briesewald an der L211 entdeckt wurde,  wurde ohne besondere Vorkommnisse unschädlich gemacht.

Als am Nikolaustag 2013 in den Havelwiesen nahe der Siedlung Niederheide in Hohen Neuendorf ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde, ging die Stadtverwaltung damals davon aus, dass die Kommune frei von gefährlichen Kriegslasten sein müsste. Sie hatte sich getäuscht.

Die Altlast im Borgsdorfer Wald ist eher durch Zufall entdeckt worden. In der Nachbarstadt Oranienburg wird systematisch nach Blindgängern und Kriegsmunition gesucht. Die Kreisstadt von Oberhavel zählt zu den am meisten bombardierten deutschen Kleinstädten. Zuletzt war die Suche im Sommer 2025 erfolgreich. Die explosive Altlast auf der Biberinsel im Stadtteil Sachsenhausen konnte am 22. Oktober 2025 entschärft werden.

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