Munition in Oranienburg
: Mann wirft Patronen ins Wasser – Taucher im Einsatz

UPDATE 13.9.: Ein Mann hat Anfang September Munition an einer Schleuse in Oranienburg ins Wasser geworfen. Jetzt gibt es erste Erkenntnisse zum Hintergrund.
Von
Marco Winkler
Oranienburg
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Können doch nicht einfach verschwunden sein! Der Polizei in Brandenburg fehlten nach einer Schießübung 4400 Stück Munition.

Entsorgte Patronen unterschiedlichen Kalibers liegen im Munitionslager und Zerlegebetrieb vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen-Anhalt in einer Kiste. (zu dpa «Gefunden, geborgen, vernichtet - weniger Fundmunition auf Lager») +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Mann hat an einer Schleuse in Oranienburg Munition ins Wasser geworfen. Die Polizei eilte daraufhin zum Einsatz. (Symbolfoto)

Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

So etwas passiert an einer Schleuse wohl eher selten: Ein Mann wirft Gegenstände ins Wasser, die sich als äußerst gefährlich herausstellen. Als der Schleusenwärter nachsieht, muss er feststellen, dass es sich um Munition handelt. Er ruft die Polizei. Der Einsatz hat Auswirkungen.

Am Donnerstag (6. September) gegen 10 Uhr machte ein Zeuge an der Schleuse Tiergarten in Oranienburg – es ist die Verbindung von Havel/Oranienburger Kanal mit dem Ruppiner Kanal – diese Beobachtung. Der zunächst unbekannte Mann, der etwas in den Kanal geworfen hatte, fuhr daraufhin mit dem Auto weg.

Oranienburg: Schleusenwärter holt Patronen aus dem Wasser

Der Zeuge informierte laut Polizeidirektion Nord den Schleusenwärter. Dieser schaute nach und stellte Patronen im Wasser fest. Er wagte es sogar, die Teile der Munition selbst aus dem Kanal zu fischen. Laut Polizei handelte es sich um „mehrere scharfe Patronen“, die der Wärter bergen und den Beamten übergeben konnte.

„Da noch weitere Patronen im Wasser vermutet werden, wurde die Schleuse aus Sicherheitsgründen gesperrt“, teilte die Polizeidirektion mit. „Durch die Polizei werden Spezialkräfte zum Einsatz gebracht, um den Bereich auf weitere gefährliche Gegenstände zu prüfen“, hieß es damals.

Verdächtiger Senioren kommt aus Oberhavel

Einen Tag später waren Taucher aus Berlin vor Ort. Sie suchten den Bereich an der Schleuse, der etwa 1,50 Meter tief ist, ab und wurden tatsächlich fündig. „Es konnte weitere Munition geborgen werden“, bestätigte Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord, in Neuruppin. Die Absuche des Untergrunds war wichtig, um eine künftige Gefährdung des Schiffsverkehrs auszuschließen. Sollte die scharfe Munition in die Schraube eines Bootsmotors geraten, könnte das verheerende Folgen haben.

Zur Menge und zur Art der Munition machte Dörte Röhrs aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Angaben. Denn die Polizei hat einen 78-jährigen Mann aus Oberhavel im Visier. Gegen ihn wird wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Zu den Hintergründen wollte die Polizeisprecherin sich nicht äußern. Ein krimineller Hintergrund wird aber wohl ausgeschlossen.

Die Schleuse ist inzwischen wieder in Betrieb.