Natur
: Viele helfende Hände

Freiwillige Helfer räumen am Bergfelder Frauenpfuhl auf und helfen der Stadt, das Areal aufzuwerten. In den Eichwerder Moorwiesen in Glienicke ist das Feuchtbiotop jetzt besser erlebbar.
Von
Jürgen Liebezeit
Bergfelde/Glienicke
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  • Schwerstarbeit am Frauenpfuhl: Kai-Uwe John (rechts) vom Bauamt der Stadt Hohen Neuendorf hatte am Sonnabend viele Helfer an seiner Seite.

    Schwerstarbeit am Frauenpfuhl: Kai-Uwe John (rechts) vom Bauamt der Stadt Hohen Neuendorf hatte am Sonnabend viele Helfer an seiner Seite.

    Jürgen Liebezeit
  • Mit Gummistiefeln stapften die Helfer auf den Eichwerder Moorwiesen zur Tat. Sie schnitten Buschwerk zurück.

    Mit Gummistiefeln stapften die Helfer auf den Eichwerder Moorwiesen zur Tat. Sie schnitten Buschwerk zurück.

    Jürgen Liebezeit
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Totholz wurde mit vereinten Kräften zu langen Benjeshecken gestapelt, umgestürzte Bäume von Uwe Ittner vom Bauhof zersägt und in die Hecken integriert. An einigen Stellen wurde auch Müll aus dem Unterholz geholt. „Es war zum Glück nicht sehr viel“, so John.

Die Stadtverwaltung hatte zu dem Arbeitseinsatz aufgerufen. Sie hatte sich auf Antrag der Stadtverordneten Dr. Sylvia Scholz (Linke) mit dem Areal befasst und ein kleines Konzept zur Aufwertung des Frauenpfuhls erarbeitet. Und dazu gehörte eben, die Wegesituation durch die Totholzhecken zu optimieren. „Ich bin über die Resonanz total begeistert“, sagte John, der zusammen mit seinem Kollegen Harald Glowatzki selber mit anpackte. „Es sind mehr gekommen, als ich zu träumen gewagt hatte.“

Die vielen helfenden Hände waren auch notwendig, denn das Areal wirkte in den vergangenen Jahren sehr ungepflegt. Im Jahr 2006 wurde durch ABM-Kräfte ein umfangreicher Baumschnitt durchgeführt. Doch die Äste und Stämme wurde einfach liegengelassen. Dieses Schnittgut wurde nun zu neuen Naturräumen zusammengetragen. In den meterlangen Totholzhecken finden Tiere wie Igel oder Echsen ebenso Unterschlupf und Nahrung wie Insekten. „Das sind tolle Habitate“, freute sich John. Die Hecken würden zudem verhindern, dass freilaufende Hunde durchs Gebüsch stöbern und Wildtiere aufschrecken. Mit der Aufräumaktion ist auch die Hoffnung verbunden, dass Anlieger nicht mehr ihren Grünschnitt am Fauenpfuhl entsorgen. „Das machen leider immer wieder einige“, bedauerte John.

Die Stadt will demnächst noch drei Bänke aufstellen und auf der Plattform weitere Sitzmöglichkeiten schaffen. Im Herbst soll es eine weitere Aktion geben.

Freie Sicht in Eichwerder

Am Moorsteg entlang der Eichwerder Moorwiesen trafen sich am Sonnabendvormittag 16 Naturschützer, die dem Aufruf der Bürgerinitiative Baumschutz folgten. Die Männer und Frauen haben Buschwerk zurückgeschnitten. Denn Schwarz­erlen und Salweiden verdrängen die sensible Moorvegetation. Die Maßnahme unter dem Motto „Freie Sicht in Eichwerder“ wurde mit dem Naturschutzfond Brandenburg abgestimmt. Der menschliche Eingriff in dem Naturschutzgebiet ist notwendig, weil die Feuchtwiesen im Eichwerder Moor seit den 1960er-Jahren nicht mehr bewirtschaftet werden. Seitdem verbuscht das Gelände, das in den vergangenen Jahren unter großem Aufwand wieder vernässt wurde. „Mit unserem Einsatz wollen wir den Moorcharakter wieder sichtbar machen“, erklärte BI-Sprecher Theodor Scharnholz.

Woher der Frauenpfuhl seinen Namen hat

Nicht ganz geklärt ist, woher das Flächenaturdenkmal seinen Namen hat, Das Gewässer verdankt seinen Namen möglicherweise den Frauen, die vor langer Zeit in dem Pfuhl ihren Flachs wässerten, um die Fasern zu Leinen verarbeiten zu können. Möglicherweise ist es aber auch eine Wortverdrehung von Fronpfuhl (Frondienste). Der Pfuhl wurde auch für die Schafwäsche des Schönfließer Gutes genutzt. Die Bergfelder Bauern erhielten dafür jährlich eine halbe Tonne Bier.