Neubauprojekt: DHL macht Platz für Wohnquartier

Lageplan: So soll das Gelände am Aderluch nach den Plänen des Projektentwicklers Bonava einmal bebaut werden.Plan: Bonava
x„Wír werden das Grundstück Anfang März offiziell von DHL übernehmen und lassen dann gleich die Bagger für den Rückbau anrollen“, sagt Bonava-Projektleiter Felix Rathke. Seit Jahresanfang verlegt DHL sein Lager sukzessive nach Kremmen. Für Bonava startet jetzt ein ambitioniertes Programm. Denn es werde sofort mit dem Abriss der Hallen und der versiegelten Bodenflächen auf dem Areal begonnen. Gleichzeitig würden im nördlichen Teil des Geländes aber auch schon die Boden- und Erschließungsarbeiten für die ersten neuen Häuser beginnen, sagt Rathke.
Das Unternehmen, das zu den aktivsten Projektentwicklern für Wohnimmobilien zählt, habe sich einiges vorgenommen. „Läuft alles nach Plan, wollen wir noch vor dem Sommer den Grundstein für das neue Quartier ,Aderluch’ legen. Gut ein Jahr später sollen dann die ersten Familien einziehen können“, verweist Projektleiter Rathke auf den aktuellen Zeitplan.
Das Quartierskonzept für das Areal zwischen der Straße Am Wald, Aderluch und Bahndamm umfasst 104 Doppelhaushälften, 70 Reihenhäuser und 13 freistehende Einfamilienhäuser. Bonava bietet einen Mix aus zwölf verschiedenen Hausvarianten mit unterschiedlichen Grundrissen an. Je nach Wunsch haben die Häuser drei, vier oder fünf Zimmer. Die Wohnnutzflächen bewegen sich zwischen 106 und 174 Quadratmetern.
Eine große Spannbreite gibt es auch bei den Grundstücksgrößen, die zwischen 188 und 609 Quadratmetern variieren. Alle Grundstücke haben einen Garten und verfügen über zwei Pkw-Stellplätze. Das schlägt auch auf die Preise durch. Sie bewegen sich zwischen 299 900 und 419 900 Euro pro Immobilie in der neuen Siedlung Aderluch.
Als natürlicher Treffpunkt der künftigen Nachbarn soll ein großer Spielplatz auf dem Gelände dienen. Zum Bahndamm wird es eine durchgehende Lärmschutzwand geben, die die Siedlung zur Bahntrasse abschirmt. Acht Planstraßen werden das neue Wohnquartier erschließen. Sie sollen nach ehemaligen Häftlingen des KZ-Sachsenhausen benannt werden und damit an ein düsteres Kapitel jüngster deutscher Geschichte erinnern. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen liegen nur wenige hundert Meter vom neuen Wohnquartier entfernt.
Bonava-Projektleiter Rathke ist davon überzeugt, dass Oranienburg seit Langem ein tolles Umfeld für Familien bietet. Und die Oberhavel-Kreisstadt wächst weiter, hat dieses Jahr schon die Einwohnermarke von 46 000 geknackt. „Freie Grundstücke mit Eigenheim und Garten sind deshalb sehr begehrt. Wir haben schon jetzt deutlich mehr Interessenten als Häuser“, verrät Rathke. Aktuell seien fünf Häuser bereits verkauft worden, für sechs weitere gebe es Reservierungen. Seit einigen Wochen steht ein Informationsbüro von Bonava in der Straße Am Wald, Ecke Aderluch. In Kürze würden dort reguläre Öffnungszeiten eingerichtet. Für Eigenheim-Interessenten gibt es bisher eine kostenfreie Rufnummer unter 0800 6708080.
Deutlich mehr Schwung werde in die Vermarktung kommen, wenn die DHL-Hallen abgerissen seien und das Gelände als neue Siedlung richtig erkennbar werde, sagt Christian Köhn von der Bonava-Unternehmenskommunikation. Das zeige die Erfahrung bei ähnlichen Vorhaben.
Für ein anderes Bonava-Bauprojekt in Oranienburg ist der Bebauungsplan noch in der Bearbeitung. Dabei handelt es sich um das ehemalige Gelände des Autohauses Erkner an der Robert-Koch-Straße, Saarlandstraße. Dort plant Bonava, gut 50 Wohneinheiten zu errichten. In diesem Jahr soll noch der Abriss der Gebäude des früheren Autohauses erfolgen, sagt Christian Köhn. Auch Vermessungsarbeiten stünden auf dem knapp zwei Hektar großen Areal noch an. Die Stadtverordneten hatten der Aufstellung des B-Plans mit großer Mehrheit zugestimmt, dabei aber gefordert, die geplante Baudichte stärker aufzulockern.
Konzern
■ Bonava ist ein schwedischer Konzern mit langer Tradition. „Bo“ heißt auf schwedisch „wohnen“. „Nav“ steht für „Mittelpunkt“.
■ Bonava, früher firmierte das Unternehmen auch als NCC, ist ein führender Projektentwickler im Wohnbau in Nordeuropa und Deutschland. In der Region war das Unternehmen in jüngster Zeit unter anderem in Berlin, Hennigsdorf und Glienicke tätig.
■ Der Umsatz des schwedischen Konzern belief sich voriges Jahr auf 1,4 Milliarden Euro. Davon steuerte der deutsche Hauptsitz in Fürstenwalde/Spree 559 Millionen Euro bei. Rund 1 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei Bonava Deutschland beschäftigt.
■ 2018 verkaufte Bonava in Deutschland 2 436 Häuser und Wohnungen an Eigennutzer und Investoren.⇥(bren)