ÖPNV-Konzept abgelehnt: „Rufbus wäre ein Schritt zurück“

Lehnt Rufbus strikt ab: Wensickendorfs Ortsvorsteher Heinz Ließke
MOZ/Friedhelm Brennecke„Sollte das Rufbus-System, wie es im ÖPNV-Konzept der Stadt steht, tatsächlich umgesetzt werden, fühlen wir uns von Oranienburg richtig abgehängt“, sagt Ließke. Dann sei es für die Wensickendorfer am Ende leichter, mit der Regionalbahn schneller nach Berlin zu kommen als nach Oranienburg. Ein Fahrtwunsch mit dem Rufbus müsse 90 Minuten vor der beabsichtigten Tour angemeldet werden.
In einer fünfseitigen Stellungnahme an die Stadtverwaltung bringt der Ortsbeirat seine Kritik ausführlich zum Ausdruck. In kleinen Ortschaften mit bis zu 200 Seelen mache ein Rufbus vielleicht Sinn, nicht aber in Wensickendorf mit insgesamt 1 032 Einwohnern. Fahre die Linie 805 Wensickendorf nicht mehr an, entfalle die Verbindung von und nach Zehlendorf. Unter anderem Wensickendorfer Kinder nutzten aber den Bus regelmäßig, um zum Sport nach Zehlendorf zu kommen. Diese Verbindung dürfe man nicht einfach kappen.
Angeschmiert wären zudem Einwohner aus Liebenwalde und Zehlendorf, die die Linie 805 jetzt nutzten, um am Bahnhof Wensickendorf in die Regionalbahn nach Berlin zu steigen. Aus touristischer Sicht sei ein Rufbus ebenfalls kontraproduktiv.
Auch aus wirtschaftlichen Gründen sehen die Wensickendorfer den Rufbus kritisch. Dadurch, dass die Linie 805 Wensickendorf nicht mehr bedienen solle, würden rund 25 000 Euro eingespart. Der Rufbus soll aber laut Fachleuten mindestens rund 100 000 Euro im Jahr kosten. „Das macht doch keinen Sinn“, so Ließke. Das sei auch das Gegenteil von dem, was Landes- und Bundesregierung forderten, nämlich die ländlichen Räume zu stärken.
„Wir werden uns jedenfalls nicht mit einem Rufbus abspeisen lassen“, sagt Heinz Ließke. Das werde er im Bau- und Hauptausschuss nochmal deutlich machen, um auch die Stadtverordneten davon zu überzeugen, dass das der falsche Weg für Wensickendorf wäre. (bren)