Offener Brief
: Geschwisterkinder von Einschulung in Oberkrämer ausgeschlossen?

Sebastian Wolf und Tanja Bach wenden sich mit einem Brief an die Öffentlichkeit.
Von
Marco Winkler
Oberkrämer
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Im offenen Brief wird das Einschulungskonzept der Vehlefanz Nashorn-Grundschule infrage gestellt.

David-Wolfgang Ebener

„Die Einschulung in die erste Klasse ist für unsere Kinder ein überaus großer Schritt“, heißt es im Brief. „Wir sind uns darüber bewusst, dass dieses Jahr 2020 kein gewöhnliches ist und in der Pandemie manche Dinge anders, eingeschränkt oder auch gar nicht stattfinden können.“ Schulleitung und Verwaltung müssten abwägen. Dennoch haben sie mit der Regelung, die die Schulleitung in Vehlefanz getroffen hat, ein Problem. „An einem so denkwürdigen Tag möchten wir Eltern, aber auch die Geschwister, teilhaben. Umso entsetzter waren wir, als wir aus dem Anschreiben der Nashorn–Grundschule erfahren mussten, welche Beschränkungen für die Einschulungsveranstaltung am 8. August gelten werden.“

Jeweils zwei Erwachsene dürfen in Vehlefanz ein Kind begleiten. Laut Wolf, Linken–Vorsitzender in Oberkrämer, und Tanja Bach sei das ein „Stich ins Herz jener Eltern, die mehr als ein Kind haben und den Geschwistern jetzt erklären sollen, dass sie leider nicht an der Einschulungsfeier ihres Bruders oder ihrer Schwester teilnehmen dürfen.“ Sie fordern die Nashorn–Grundschule auf, das Konzept zu überdenken. Denn: „Wir halten diesen Ansatz für falsch und möchten, dass diesem Umstand abgeholfen wird“, erklärt Sebastian Wolf.

Die Pressestelle des Landkreises stellt auf Nachfrage klar, dass sie grundsätzlich nicht auf offene Briefe reagiere. Die Regelungen für Einschulungsfeiern seien in der Verordnung des Landes geregelt. Die Regeln zum Mindestabstand, zur Einhaltung der Hygiene und zum regelmäßigen Austausch der Raumluft seien jederzeit einzuhalten, so Kreissprecherin Ivonne Pelz. „Zusätzlich sind die Personendaten in einer Anwesenheitsliste zu erfassen.“ Weitergehende Regelungen oder Richtlinien des Landkreises Oberhavel gibt es nicht. „Die konkrete Ausgestaltung der Feiern ist damit unter anderem abhängig von der Platzsituation vor Ort und obliegt dem Veranstalter — in diesem Fall der Schulleitung.“

Laut Schulleitung, so habe es Sebastian Wolf in Erfahrung gebracht, sei die Turnhalle in Vehlefanz für eine andere Ausrichtung zu klein. Direktorin Manuela Schulz sagt: „Wir sind als Schule bestrebt, nach Lösungen zu suchen.“ Weiter: „Wir werden auch für unsere Erstklässler eine Lösung finden.“

Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) weist auf Nachfrage darauf hin, dass die Einschulungsfeiern zunächst der Schule selbst obliegen. „Die Gemeinde kann hier keine Festlegungen treffen“, sagt er. „Nach meiner Kenntnis ist die Schule um eine Lösung bemüht, die die gesamte Kapazität der Turnhalle unter Beachtung der Regelungen der Umgangsverordnung berücksichtigt.“ Die Teilnahme von Geschwisterkindern wäre damit möglich. Leys schränkt aber ein: „Aufgrund der immer noch sehr labilen Situation im Hinblick auf die Corona–Lage wird heute aber keiner Garantien über Ablauf und mögliche Teilnehmer an der Einschulungsfeier geben.“ In jedem Fall sei davon auszugehen, dass die Schule versuchen werde, den „vorhandenen Platz im Sinne der Familien zu nutzen“, so der Bürgermeister.