Etwa 2600 Einwohner hat der Oranienburger Ortsteil Schmachtenhagen. Er ist einer der flächenmäßig größten im Stadtgebiet und seinerseits noch einmal in einzelne Wohnbereiche wie Bernöwe oder die Siedlungen Ost und West untergliedert. Dennoch hat Schmachtenhagen zumindest im Kern seinen dörflichen Charakter bewahren können. Noch immer sind die Strukturen des ehemaligen Gutsdorfes mit Gutshaus, Kirche und ehemaligem Schulgebäude gut zu erkennen. An die Kirche schließt sich der Anger an, der auch heute noch für Veranstaltungen genutzt wird.

Die Siedlungsstuktur bewahren

Das zu bewahren, haben sich die Mitglieder des Ortsbeirates vorgenommen. Dabei ist Katrin Kittel als Chefin des Ortsbeirates klar, dass sich das Dorf nicht gegen einen Zuzug sperren kann. Es gibt viel Grün in der Umgebung, das mögen potenzielle Bauherren, vor allem Familien mit Kindern. Die Kita, selbst wenn die Plätze langsam rar werden, die Schule und der Supermarkt, das sind Pfunde, mit denen die Gemeinde wuchern kann und will. Dennoch, so der Einwand von Katrin Kittel, „müssen wir behutsam mit den vorhandenen Flächen umgehen und vor allem darauf achten, dass sich die Bebauung in die vorhandenen Strukturen einpasst.“ Was sie sich wünscht, das sind Grundstücksgrößen, auf denen mehr als nur für eine Terrasse Platz ist. Für sie ist das ein Stück Lebensqualität, das bei den Bauvorhaben unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Kommunaler Wohnungsbau

Was sie sich ebenfalls wünschen würde, ist mehr Engagement der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. „Nicht jeder hat das Geld oder ist in dem Alter, dass er ein Haus bauen kann oder möchte“, stellt sie fest. Was fehle, das sei preiswerter Wohnraum vor allem für junge Menschen, die sich von zu Hause abnabeln möchten, oder für Senioren. „Wenn wir die jungen Leute im Dorf behalten möchten, dann müssen wir ihnen hier eine Perspektive und Wohnraum bieten. Wenn sie erst einmal weg sind, sind sie weg“, so die klare Feststellung. Das gelte im übertragenen Sinn auch für Senioren, die durchaus ihre großen Wohnungen oder Häuser aufgeben würden, aber eben nicht aus dem Ort fortziehen wollten.

Die Radwege im Ort fehlen

Ein anderes Problem für sie ist, dass Schmachtenhagen zwar gut an das Radwegenetz angebunden ist. Doch innerhalb des Ortes fehlen diese. Wer von Oranienburg aus kommt, der muss im Ort entweder auf die Bundesstraße auffahren oder sich über holprige Steine am Straßenrand quälen. Außerdem endet der Radweg vor dem Gasthaus. Wer auf dem Gehweg weiterfahren will, muss nun die Straßen überqueren. Schon zu normalen Verkehrszeiten eine Tortour für Erwachsene, erst recht eine Unfallgefahr für Schulkinder und Jugendliche. An den Ortsausgängen Richtung Zehlendorf und Wensickendorf sind wieder separate Radwege zu finden, innerorts bleiben als Alternative nur der Gehweg oder die Straße. Hier fordert die Kommunalpolitikerin eine „schnelle Planung“, um dem Missstand zu begegnen.

Eine Schranke an der Einfahrt zur Schule

Und wenn sie schon dabei ist, verweist sie auf die Straße zur Schule. Ein Überweg vor der Tierarztpraxis, einer vor der Arztpraxis und ein dritter vor der Schule, die stehen ebenso ganz oben auf der Wunschliste an die Stadt Oranienburg. Was Kittel ebenso begrüßen würde, das wäre die Sperrung der Einfahrt zur Schule und zur Kita mit einer Schranke. „Das ist wirklich gefährlich, wenn die Eltern ihre Kinder bringen und dort ein- und ausfahren“, beschreibt sie die Situation. Aus ihrer Sicht würde es reichen, wenn die Eltern an der Einfahrt ihre Kinder verabschieden würden.

Ein Dorfgemeinschaftshaus fehlt

Dass im ehemaligen Kitagebäude noch immer Kinderlachen zu hören ist, findet Katrin Kittel einerseits schön, weil es ein Indiz dafür ist, wie gut die Kita nachgefragt sei. Doch andererseits kann sie sich auch gut vorstellen, dass das Backsteingebäude anders genutzt wird, als Dorfgemeinschafts- oder Bürgerhaus. Im dem könnte das Büro des Ortsvorsteher unterkommen, vor allem aber könnte ein Veranstaltungsraum eingerichtet werden, in dem Sitzungen stattfinden. Auch andere Vereine könnten dort tagen oder in den Räumen Lesungen oder kleine Konzerte veranstaltet werden. „Ein solcher Saal fehlt in Schmachtenhagen“, so der Hinweis der Kommunalpolitikerin.

Ein Museum für die Heimatgeschichte

„Vielleicht könnte dort sogar ein kleines Heimatmuseum seine Heimstatt finden“, ergänzt sie. Die Kinder hat sie übrigens nicht vergessen. Die würde sie gern in der ehemaligen Remise unterbringen, die teils vom Jugendclub genutzt wird. Der soll natürlich nicht ersatzlos gestrichen werden. Doch kann sie sich vorstellen, dass die Jugendlichen gar nicht böse wären, wenn ihr Treffpunkt etwas weiter abseits liegen würde, wo im Sommer auch mal lauter Musik gehört werden könnte als mitten im Dorf.
Bislang sind das zwar alles nur Überlegungen. Doch diese wahr werden zu lassen, daran will Katrin Kittel gern auch künftig gemeinsam mit ihren Kollegen im Ortsbeirat weiterarbeiten.