Was läuft gut in Ihrem Ortsteil?
Die Zusammenarbeit der Mitglieder des Ortsbeirates und mit den Vereinen ist gut und wesentlicher Faktor für das dörfliche Gemeinschaftsleben. Das langjährige Projekt, der Bau des Radweges von Wensickendorf nach Wandlitz, geht voran und wird wohl Anfang Dezember 2020 beendet sein. Der Bau des Abwassernetzes im Wohngebiet zwischen Lindenweg, Gärtnerweg und Wandlitzer Chaussee ist in vollem Gange. Damit wird in diesem Jahr ein weiteres Gebiet an das Abwassernetz angeschlossen. Der Friedhof hat einen Parkplatz erhalten. Zu erreichen ist er über die Zufahrt von der B 273 her. Auch der Weg von der B 273 zum Friedhof wurde befestigt. Im Dezember hat der Ortskern schnelles DSL erhalten. Darüber haben sich sehr viele Einwohner gefreut. In diesem Jahr wird die Telekom alle noch unterversorgten Wohngebiete mit Glasfaser bis an das Haus ausbauen. Da diese Maßnahme mit Fördermitteln realisiert wird, entstehen den betroffenen Einwohnern keine Kosten für ein noch schnelleres DSL. Sehr erfreulich ist, dass der Spielplatz sehr gut genutzt wird. Täglich sind die Eltern oder Oma und Opa mit Kindern dort.
Wo hakt es, welche Probleme müssten vordringlich gelöst werden?
Wensickendorf benötigt, wie die anderen Ortsteile auch, ein Dorfgemeinschaftshaus, das multifunktional genutzt werden kann. Das derzeitige Gebäude reicht nicht mehr aus und ist auch nicht behindertengerecht. Wir benötigen außerdem seniorengerechte Wohnungen, denn die Senioren möchten den Ort nicht verlassen. Hier könnten Möglichkeiten geschaffen werden, dass junge Menschen die nicht mehr genutzten Bauernhöfe übernehmen und erhalten. Das ist den jetzt oft älteren Besitzern nicht mehr möglich. Die L 21 im Ort und bis zum Kreisverkehr Zühlsdorf bedarf dringend einer Sanierung. Entlang der L 21 von Summt nach Wensickendorf und von Wensickendorf nach Zehlendorf fehlt noch ein Radweg. Um diesen zu erreichen, haben wir gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde Mühlenbecker Land eine Bürgerinitiative gebildet, die wegen Corona-Pandemie leider nicht so arbeiten konnte wie geplant. Die Pflege der Grünanlagen im Ortsteil, insbesondere des Spielplatzes, sehe ich als verbesserungswürdig an.
Halten Sie die Unterstützung durch die Stadt für ausreichend und angemessen?
Die Zufahrten von den Straßen zu den Grundstücken sollen befestigt und das Parken auf den Grünanlagen unterbunden werden. Hierzu habe ich bereits vor einem Jahr konkrete Vorschläge in der Besprechung des Bürgermeisters mit den Ortsvorstehern eingebracht. Eine Lösung liegt bis heute nicht vor. Die Informationspolitik seitens der Stadt gegenüber den Ortsbeiräten ist als mangelhaft zu bezeichnen. Die Ortsvorsteher könnten die Stadtverwaltung bei der Realisierung in den Ortsteilen besser unterstützen. Das scheint aber nicht gewollt zu sein. Ich halte es aber für wichtig, die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und dem Ortsbeirat zu verbessern und somit dazu beizutragen, dass auch die Wensickendorfer sich als Oranienburger sehen. Unsere Wünsche zur Entwicklung des Ortsteils beinhalten keine millionenteueren Projekte. Ich möchte hier aber hervorheben, dass die Mitarbeiter in den Bereichen der Stadtverwaltung sehr fach- und sachkompetent sind.
Erwarten Sie weiteren Zuzug in ihrem Ortsteil?
Erfreulich ist der Zuzug junger Familien, die die Baulücken bebauen. Der Zuzug nimmt auch weiter zu. Derzeit hat Wensickendorf 1075 Einwohner.
Hat durch die Corona-Krise der Zusammenhalt im Ort gelitten?
Die Zusammenarbeit im Ort hat nicht gelitten, auch wenn wir uns wegen der Corona-Krise nicht treffen konnten.
Welche Veranstaltungen, die traditionell in Ihrem Ort stattfinden, mussten oder müssen abgesagt werden?
Für dieses Jahr haben wir alle Veranstaltungen absagen müssen. Das waren bisher der jährliche Frühjahrsputz, der Tanz in den Mai und die Mitgliederversammlungen der Vereine. Lediglich die Frauentagsveranstaltung Anfang März konnte noch stattfinden. Das Fest zum Tag der Deutschen Einheit mit Lampionumzug am 2. Oktober entfällt.
Wie haben Sie selber diese Krise gemeistert?
Ich bin von einer Erkrankung nicht betroffen. Die Zeit habe ich genutzt, etwas mehr im Garten zu tun. Im Ortsbeirat haben wir eine Whats-App-Gruppe und tauschen uns auch über E-Mails aus.
Welches sind Ihre größten Wünsche für die Zukunft?
Den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses, der weitere Bau des Abwassernetzes in den Wohngebieten Triftweg/Teichweg und Rahmersee und der Bau eines Radweges entlang der L 21 sind uns sehr wichtig.
Was oder welchen Ort in Ihrem Ortsteil würden Sie Besuchern auf jeden Fall zeigen und warum?
Die Kirche mit dem im vergangenen Jahr restaurierten Altar ist das Kleinod in unserem Ort. Eine Wanderung zum Forsthaus mit Rast bei Kaffee und Kuchen ist sehr zu empfehlen.

Zur Person:Heinz Ließke


Heinz Ließke (66) ist pensionierter Polizeibeamter. Sein größtes Hobby ist der Garten, in dem er viel Zeit verbringt.

Ortsvorsteher ist Heinz Ließke seit 2014. Bereits seit 2008 gehörte er dem Ortsbeirat an. Bei der Wahl des Ortsbeirates im Mai 2019 erzielte die FWO 65 Prozent. Mit 634 Stimmen erzielte Ließke das mit Abstand beste Ergebnis. Seit vorigem Jahr sitzt Heinz Ließke für die FWO auch im Kreistag Oberhavel.

Dem Ortsbeirat Wensickendorf gehören drei Mitglieder an. Neben Ließke sind das Antje Wendt (FWO) und Daniel Langhoff (FDP). Beide sind auch Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung Oranienburg und jeweils Vorsitzende ihrer Fraktionen. Langhoff ist zudem stellvertretender Ortsvorsteher. bren