Panne
: Stromausfall im Bahnhof Oranienburg

Wegen einer gekappten Stromleitung steht der Bahnhof im Dunkeln. Geschäfte sind geschlossen. Züge fahren aber.
Von
Klaus Grote
Oranienburg
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Bahnhof ohne Saft: Gearbeitet wird jetzt nur noch mit Akkuschrauber. Die Anzeigetafeln bleiben dunkel.

Klaus D. Grote

„Die Isolierung der Leitung wurde bei den Bauarbeiten beschädigt“, sagt Tiefbauamtsleiter Stefan Gebhard. Das Kabel werde repariert, damit die Stromversorgung im Laufe des Tages wieder hergestellt werden könne. Die Leitung versorge das Bahnhofsgebäude, die Bahnhofsanlagen und Fahrkartenautomaten sowie Geschäfte und die Bundespolizei im Haus mit Energie. Die Leitung, die bei den Arbeiten für den künftigen Busbahnhof nördlich des Bahnhofsgebäudes beschädigt wurde, sei den Planern bekannt, sagte Gebhard. So etwas könne aber passieren, Baufirmen seien entsprechend versichert. Die Bahn teilte nun mit, dass die Reparatur der betroffenen Leitung bisDonnerstag andauern wird.

Nach Informationen von Bahn–Sprecher Gisbert Gahler werde wegen des Stromausfalls durch DB Energie nun ein Notstromaggregat beschafft, damit die Energieversorgung im Bahnhof wieder gesichert sei. „Ob damit auch Aufzüge betrieben werden können, bezweifle ich aber“, sagte Gahler. Die Bahn kümmere sich um eine dauerhafte Lösung zur Stromversorgung. Beim Umschalten auf die dann reparierte 20–kV–Leitung werde es Donnerstagnachmittag kurzfristig wieder zu einem Stromausfall kommen. Das Notstromaggregat sorge seit 16.05 Uhr für Stromversorgung im Gebäude, teilte Gahler soeben mit.

Um 10.10 Uhr schloss eine Verkäuferin die Türen des Backshops. Die anderen Geschäfte und auch der S–Bahnschalter im Fußgängertunnel waren bereits geschlossen. „Ich kann die Kasse nicht öffnen, deshalb müssen wir schließen“, sagte die Verkäuferin. Die Theke lag noch voller Brötchen und Kuchen, doch zu kaufen gab es nichts mehr.

Im Tunnel wird nach monatelanger Verzögerung seit vergangener Woche eine neue Beleuchtung installiert. Nun ist auch die Notbeleuchtung dunkel. Die Uhren auf den Bahnsteigen blieben um 9.40 Uhr stehen. Die Anzeigetafeln sind seither dunkel. Durchsagen fielen aus. „Fährt denn heute gar nichts mehr?“, fragte ein Mann, der von Bahnsteig zu Bahnsteig lief. Auskunft bekam er jedoch nirgends. Personal gibt es auf den Bahnsteigen nicht.

Die Bauarbeiter im Bahnhof setzten derweil am Aufgang zu den Gleisen 26 und 28 ihre Arbeit fort: mit einem Akkuschrauber können sie noch eine Weile weitermachen.