Personalie: Angst vor Krallen hat sie nicht

Tägliche Routine: Dazu gehört das Fütteren der Tiere ebenso wie die Säuberung der Ställe.
Volkmar ErnstVor gut einem halben Jahr hat sie ihr freiwilliges Jahr im Liebenthaler Haustierpark begonnen. Zum einen, um auszuprobieren, ob sie mit der Arbeit klarkommt, zum anderen, um ein Jahr Wartezeit zu überbrücken, bevor sie sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt. Als Tierpflegerin in einem Zoo oder einem Tierheim zu arbeiten, das kann sie sich sehr gut vorstellen. Sie bereitet dafür gerade die notwendigen Bewerbungen vor.
Ein Abstecher nach Kanada
In Berlin geboren, ist Svenja Melzer aber in Velten aufgewachsen und zur Schule gegangen. Eine Landwirtschaft hatten ihre Eltern zwar nicht, aber doch ein Haus mit Garten, und natürlich auch Tiere: Hund und Katze, aber auch Gänse. Nach der Schule ein Jahr Auszeit bei ihrer Oma, die in Kanada lebt, und eine Krankheit sind die Gründe, dass sie erst jetzt nach einem Ausbildungsplatz Ausschau hält.
Die Zeit in Kanada hat sie genutzt, um ihr Englisch zu verbessern und um Land und Leute kennenzulernen. In Saskatoon, etwa in der Mitte des Landes, war sie. „Kanada ist so ein weites Land und hat so viele Unterschiede aufzuweisen. Wenn im Norden noch der Schnee liegt, kann weiter südlich an der Küste schon gebadet werden“, erzählt sie. Besonders beeindruckend sei für sie gewesen, stundenlang auf einer Straße unterwegs sein zu können, ohne einem Auto zu begegnen.
Nach der Rückkehr in Deutschland und eben, weil sie Tiere mag, hat sie sich dazu entschlossen, die Wartezeit bis zum Einstieg in eine Lehre mit einem freiwilligen ökologischen Jahr zu überbrücken.
Bei Arne Broja mit seinem Haustierpark wurde sie fündig. Nachdem eine Unterkunft in Liebenthal gefunden war, stand der Arbeit nichts mehr im Wege. Seit September radelt sie quer durch den Wald zur Arbeit. Dass es ein körperlich anstrengender Job ist, gibt sie zu. „Aber das habe ich gewusst, deshalb ist das auch kein Problem für mich“, so Svenja Melzer. Vor allem im Winter sei es doppelt schwer, das Futter anzumischen. „Doch Tiere sind keine Gegenstände, sie müssen auch bei Eis und Schnee versorgt werden“, erklärt sie.
Es gibt kein Lieblingstier
Die Arbeit auf dem weitläufigen Gelände in Liebenthal macht ihr Spaß, vor allem weil es viele unterschiedliche Tiere sind: Damwild, Wollschweine, Schafe, Ziegen, Rinder und Esel aber auch Kaninchen, Gänse, Pfauen und Hühner. Ein Lieblingstier hat Svenja Melzer nicht. „Na gut, der Esel bekommt ab und zu eine Streicheleinheit extra“, gibt sie zu. Aber ansonsten sei eben auch in einem Haustierpark strikte Neutralität angesagt, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern. Gelernt hat sie inzwischen, was eine Pommernente auszeichnet oder wie viele verschiedene Hühnerarten und Kaninchen es gibt.
Weit wichtiger ist für sie die Erkenntnis: „Die Arbeit mit Tieren ist genau mein Ding.“ Sie hofft natürlich, dass sie bei der Suche nach einer Lehrstelle im Land Brandenburg fündig wird. „Aber ich würde für meinen Traumjob im Notfall auch nach Bayern in die Lehre gehen“, sagt sie.
Infokasten
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel