Petition: Anlieger sorgen sich um Sicherheit auf Kreuzallee
„Die Autofahrer nehmen keine Rücksicht. Ich muss mit meinem Fahrrad dann immer in die Löcher auf dem Seitenstreifen ausweichen“, sagt Gitta Nickel. Die rüstige 84-Jährige ist in der Woche mehrmals auf der Kreuzallee und dem Dameswalder Weg unterwegs, um nach Neu Friedrichsthal zu radeln. „Ich weiß, wovon ich rede“, sagt sie.
Auch Janine Walter findet es kreuzgefährlich, an beiden Straßen entlang zu gehen. Einen Fußweg gibt es nicht. „Auf der Fahrbahn zu laufen, ist viel zu riskant. Hier wird wirklich absolut verantwortungslos gerast“, sagt sie. Tempo 50 sei auf der schmalen und kurvenreichen Strecke zu viel. „Aber es gibt jeden Tag Leute, die das noch toppen“, sagt Janine Walter. „Selbst wenn ich mit meinem Hund auf dem Seitenstreifen laufe, habe ich die Befürchtung, vom Sog der rasenden Autos mitgerissen zu werden“, sagt sie.
Deswegen appellieren Anlieger erneut an die Stadt Oranienburg und den Landkreis Oberhavel, dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 anzuordnen. „Wir haben inzwischen mehr als 120 Unterschriften gesammelt von Anwohnern, die hier eine Tempobegrenzung fordern“, sagt Bernd Lazar. Seine Nachbarin Ursula Weidemann hatte zu Beginn des Jahres bereits einen ähnlichen Antrag gestellt, der allerdings von der Kreisverwaltung zurückgewiesen wurde.
Am Donnerstag gab es einen Ortstermin mit Vertreterinnen des Straßenverkehrsamtes Oberhavel, Vertretern des Oranienburger Tiefbauamtes und Ortsvorsteher Jens Pamperin (CDU) mit Bernd Lazar, dem Antragsteller. Sie schauten sich den Straßenzustand, die meist maroden Seitenstreifen sowie das Verkehrsaufkommen an und berieten über Maßnahmen. Die außerdem erschienenen Anwohner durften nicht daran teilnehmen.
„Das Ergebnis der Runde ist ernüchternd“, stellte Bernd Lazar anschließend fest. Seitens der Straßenverkehrsbehörde wurde damit argumentiert, dass aus verkehrsrechtlicher Sicht keine Gründe für eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorlägen. Unfälle hätten sich dort in den vergangenen Jahren nicht ereignet. Bei Geschwindigkeitskontrollen der Polizei seien überdies auch keine gravierenden Verstöße festgestellt worden. Für den Straßenzustand allerdings sei nicht der Landkreis, sondern die Stadt Oranienburg zuständig.
„Muss denn hier erst ein Unfall mit Schwerverletzten oder gar mit Toten passieren, bevor die Behörden handeln?“, fragten sich Ursula Weidemann und die übrigen Anwohner. Ein paar kleine, laut der Anlieger aber wohl eher nicht besonders wirkungsvolle Maßnahmen, sind aber zugesagt worden. So will der Ortsvorsteher vor und hinter den gefährlichen und unübersichtlichen Kurven zwei „inoffizielle“ Schilder „Spielende Kinder“ aufstellen. Damit sollen Verkehrsteilnehmer auf mögliche Gefahren hingewiesen werden und ihr Tempo drosseln.
Die Straßenverkehrsbehörde habe zugesagt, die Polizei wieder mal um Geschwindigkeitskontrollen an der Kreuzallee zu bitten. Die Stadt denke über eine neue Verkehrszählung nach und wolle die maroden Seitenstreifen, so weit es noch nicht erfolgt sei, wieder ausbessern.
„Wir werden weiter versuchen, die Kreuzallee auf die Prioritätenliste der Stadt zu setzen, damit sie bald ausgebaut werden kann, um damit mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen“, kündigte Jens Pamperin an. (bren)

