Petition
: Oranienburger Tätowierer kämpft gegen geplantes Farbenverbot

Der Oranienburger Tätowierer Tom Hinze kämpft gegen einen Plan der EU. Sie will bestimmte Farbpigmente in Tattoo-Farben verbieten.
Von
Amy Walker
Oranienburg
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Tätowierer Tom Hinze: Nicht nur blaue und grüne Tattoos wären vom Verbot betroffen.

Amy Walker

Tom Hinze ist ein typischer Tätowierer: ein entspannter Typ, an den Armen komplett mit kunstvollen Tattoos geschmückt, schwarze Kleidung. In seinem Studio in Oranienburg ist es lichtdurchflutet. Wenn ein Kunde kommt, kann er es sich auf zwei Ledersitzen erstmal bequem machen. Die Atmosphäre erweckt Vertrauen, ein gutes Zeichen in dieser Branche. Ein Mitarbeiter kocht hinter dem Tresen Kaffee, Hinze und er unterhalten sich, bis der nächste Kunde in das Studio kommt.

„In Deutschland sind die Verordnungen sehr streng“, sagt Hinze, der das Art of Paint Studio seit 20 Jahren betreibt. Es geht um ein geplantes Verbot von bestimmten Farbpigmenten in Tattoo-Farben. „Es gab in der Vergangenheit auch schon Rückholaktionen von Farben – das beweist doch, dass man da sehr genau hinschaut und die Farben ständig überprüft.“ Er kaufe aus genau diesem Grund nur Farben aus Deutschland, da er sich sehr sicher ist, dass die genau untersucht werden. Er befürchtet, dass ein Verbot der Farben „Panik bei den Kunden“ auslösen könnte. „Das Schlimmste ist, dass es keine Grundlage hat.“

Viele Fragen noch offen

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat ein Verbot bestimmter Farbpigmente in Tattoos und Permanent Make-up vorgeschlagen, da sie möglicherweise gesundheitsschädlich sind und genauer untersucht werden müssen. Speziell geht es um die Farbpigmente Blue. 15 und Green 7, die in Kosmetika bereits verboten sind.

Der Vorschlag hat in der Deutschen Tattoo-Szene für Aufregung gesorgt: Der Verband „Deutsche Organisierte Tätowierer“ (DOT) hat eine Petition ins Leben gerufen, um zu bewirken, dass Deutschland ein solches EU-weites Verbot ablehnt. Sowohl Tom Hinze als auch der DOT-Verband fordern, dass Fachleute die Risiken von Farbpigmenten erst untersuchen und wissenschaftliche Studien durchführen – und nicht erst verbieten und dann untersuchen.

Sollte die EU die Farben untersagen, würde das eine große Umstellung für Tätowierer wie Tom Hinze bedeuten. „Ich könnte dann nur noch schwarz-weiß tätowieren. Die Pigmente sind ja auch in anderen Farben drin.“ Er ist enttäuscht, dass sich nicht mehr Tätowierer dafür einsetzen, sondern alles den DOT machen lassen. „Es geht hier um unsere Existenz“, sagt er.