Polizei: Gregor Stiller folgt Wingolf Kirchner als Revierpolizist in Kremmen

Wingolf Kirchner (links) war seit 2002 Repo in Kremmen. Jetzt übernimmt Gregor Stiller.
x„Ich wollte nicht mehr“, sagt der Beetzer ganz offen. „Ich habe meinen Dienst geleistet.“ Jüngere sollen jetzt ran. Und Kirchner ist froh, dass sein Posten nahtlos wieder besetzt wurde. Ihm folgen wird der 36-jährige Gregor Stiller. Er lebt in Friedrichsthal, ist seit zehn Jahren Beamter, war zunächst bei der Autobahnpolizei in Walsleben und danach im Wach- und Wechseldienst der Polizei in Oberhavel im Einsatz. In Kremmen läuft sich Stiller schon seit Mai warm. Sein Nachfolger sei gut ausgebildet, „er hat ein gutes Polizeiwissen“, sagt Wingolf Kirchner.
Dass ihn sein bisheriges Berufsleben wohl noch ein Stück in den Ruhestand begleiten wird, hat der angehende Pensionär schon zu spüren bekommen. Er war zuletzt oft zu Hause, hat seinen Urlaub noch genommen und Überstunden abgebummelt. „Ich wurde oft von Nachbarn und Bekannten angesprochen“, berichtet Kirchner. „Da musste ich schon darauf hinweisen: Ich kann noch Ratschläge geben, aber nichts regeln. Das muss man sich schon an die Polizei wenden.“
Kirchner hat immer Wert auf die strikte Trennung von Dienst und Privatleben gelegt. „Der Repo ist der Ansprechpartner der Polizei für die Bürger vor Ort“, sagt Repo-Chefin Jeannette Schulze. Die Nähe hat allerdings auch ihre Tücken, vor allem, wenn man wie Kirchner als Beetzer im Revier auch lebt. "Natürlich trifft man auch mal auf Bekanntschaften. Aber wenn sie Mist gebaut haben, muss man hart bleiben und seinen Job als Polizist machen. Die meisten haben dafür auch Verständnis.“
Seinen Job hat Kirchner gern gemacht. Die Nähe zu den Menschen hat ihm gefallen. „Als Revierpolizist hat man viel Zeit für Gespräche. Man muss sich dann aber auch mit vielen unterschiedlichen Problemlagen beschäftigen.“ Der Großteil der Arbeitszeit gehe für Ermittlungstätigkeiten drauf. Kleinere Delikte ermittelt der Repo eigenständig. Oft bitten aber auch die Ermittler der Kripo ihre ortskundigen Kollegen um Hilfe. „Sie haben ja oft auch gute Kontakte in der Gegend, die helfen können“, sagt Jeannette Schulze. Was Kirchner auch lobt. „Vor dem Revierpolizisten haben die Leute hier draußen noch Respekt.“ Die Erfahrung habe er aber auch bei den Punkrockfestivals „Resist to Exist“ gemacht. „Die Leute dort waren immer kooperativ. Da können wir uns nicht beschweren." Mit der Jugend in Beetz hingegen habe es vor Jahren mal Probleme gegeben. Da war Kirchner als Nachbar und Polizist gefragt. Aus den meisten seien später ganz verträgliche Familienmenschen geworden.
Das Arbeiten mit dem Bürger reizt auch Gregor Stiller. Er hätte auch in seinem Heimatort Friedrichsthal arbeiten können, der 36-Jährige hat sich aber für Kremmen entschieden. „Ich mag das Ländliche und kannte Kremmen ja schon aus Einsätzen aus dem Wach- und Wechseldienst.“ Und Stiller wollte auch die Distanz zum Wohnort. Er wolle nicht Gefahr laufen, Kumpels in Situationen zu begegnen, in denen er ihnen nicht begegnen wolle, sagt er ganz offen. In Kremmen will er unter anderem die Präventionsarbeit seines Vorgängers fortsetzen. Und Stiller hat auch schon die Ecken identifiziert, die bei Rasern beliebt sind. Er will dort häufiger kontrollieren.
Kirchner indes fürchtet nicht, dass ihm im Ruhestand langweilig wird. „Ich habe Haus, Garten, einen Hund und Ziervögel. Da fällt mir schon was ein.“
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