Rathaus: Martin Rother will vielleicht doch Bürgermeister werden

Martin Rother, hier in seinem Dienstzimmer im neuen Rathaus, ist seit fast vier Jahren wegen der Abwesenheit von Bürgermeister Peter Müller amtierender Verwaltungschef.
Friedhelm BrenneckeHerr Rother, am 26. Mai finden in Brandenburg wieder Kommunalwahlen statt. Wird dieser Termin auch genutzt, um nach fast vier Jahren der Vakanz und der Abwesenheit von Peter Müller endlich wieder einen Bürgermeister zu wählen?
Nein, das ist nicht mehr realistisch. Wir müssen uns hier an das Beamten- und Versorgungsrecht halten und bestimmte Verfahrensschritte abwarten. Als Hauptverwaltungsbeamter hat Peter Müller einen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit gestellt. Eine Bürgermeisterwahl kann aber erst stattfinden, wenn dieses Verfahren in allen Punkten abgeschlossen ist und die Gemeindevertretung dem Antrag von Peter Müller zustimmt. Das ist am 28. März geschehen. Rein zeitlich ist es jetzt ausgeschlossen, am 26. Mai noch eine Bürgermeisterwahl anzusetzen.
Was waren denn die Gründe, warum eine Bürgermeister-Wahl bisher nicht zustande gekommen ist?
Das hatte mit dem Antrag von Peter Müller zu tun. Da waren Gutachten einzuholen und Stellungnahmen, unter anderem von der Versorgungskasse der kommunalen Beamten. Das ist ein Verfahren, das sich über Jahre hinziehen kann, wie es hier der Fall ist. Allerdings ist das Verfahren jetzt abgeschlossen. Die Gemeindevertreter haben dem Antrag von Peter Müller jetzt zugestimmt, sodass eine Bürgermeisterwahl eventuell am 1. September, parallel zur Landtagswahl, ein mögliches Datum wäre.
Werden Sie persönlich auch Ihren Hut in den Ring werfen und als erfahrener Verwaltungsfachmann ebenfalls für das Amt des Bürgermeisters kandidieren, das Sie seit fast vier Jahren als amtierender Bürgermeister ausüben?
Das habe ich bis vor einem Jahr noch kategorisch ausgeschlossen. Inzwischen kann ich mir einen solchen Schritt aber vorstellen. Allerdings weiß ich, seitdem ich faktisch als allgemeiner Stellver-treter des Bürgermeisters tätig bin, dass damit ein erhebliches Mehr an Verantwortung verbunden ist. Bürgermeister ist man rund um die Uhr. Das kostet Zeit und Kraft. Und man macht sich nicht nur Freunde. Ob ich das wirklich will, muss auch mit meiner Familie genau abgesprochen werden. Denn sie hat dabei ein Wörtchen mitzureden. Ich werde über diese Frage also noch nachdenken und nach der Beratung mit der Familie rechtzeitig vor dem Wahltermin eine Entscheidung treffen.
ZurPerson
Martin Rother (47) ist in Hennigsdorf geboren und in Leegebruch aufgewachsen. Eine Lehre als Werkzeugmacher hat er 1991 bei der LEW Hennigsdorf beendet. Danach schloss er eine dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten in Leegebruchs Partnerstadt Lengerich an.
Seit vielen Jahren ist Martin Rother Amtsleiter für Innere Verwaltung, Schule und Soziales. Wegen der krankheitsbedingten Abwesenheit von Peter Müller ist Rother seit fast vier Jahren amtierender Bürgermeister. Er lebt in Lebensgemeinschaft und ist Vater einer Tochter.⇥bren