RE6
: Prignitz-Express fährt länger über Oranienburg, RB32 startet später

Die Frostperiode verzögert die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Neuruppin und Kremmen. Das hat Konsequenzen für Reisende auf den Linien RE6 und RB32. Das sind die Folgen.
Von
Jürgen Liebezeit
Oranienburg/Neuruppin/Hennigsdorf
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Bahn in Brandenburg: Der Name Prignitz gibt schon mal die Richtung des Zuges an. Der Zusatz „Express“ ist bislang noch ein weitgehend uneingelöstes Versprechen.

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Bahn in Brandenburg:  Der Prignitz-Express RE6 muss weiterhin über Löwenberg und Oranienburg fahren. Die Bauarbeiten am Bahndamm durchs Rhinluch dauern länger als geplant.

Klaus D. Grote
  • Frost verzögert Sanierung Neuruppin–Kremmen: Strecke bis vsl. 30. April gesperrt.
  • RE6 weiter über Löwenberg/Oranienburg nach Berlin-Gesundbrunnen umgeleitet.
  • RB32 kehrt erst am 1. Mai 2026 zum alten Fahrplan zurück.
  • Zwischen Kremmen und Wall: Schienenerneuerung abgeschlossen, ca. 45 % verschweißt.
  • Umbau Bahnübergang Kremmen (L19) auf Juli 2026 verschoben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Frust oder Freude durch Frost bei Bahnpendlern? Das andauernde Winterwetter führt weiter zu erheblichen Verzögerungen bei Bahn-Bauarbeiten im Kremmener Rhinluch im Grenzgebiet zwischen Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin. Das wirbelt den kompletten Fahrplan in der Region erneut durcheinander.

Davon betroffen sind hauptsächlich die Linien RE6 (Prignitz-Express) und RB32. Je nach Sichtweise und Betroffenheit sind die Folgen positiver oder negativer Art.

Vor allem der gefrorene Boden im Rhinluch blockiert die Fortführung der Sanierung des Eisenbahndamms zwischen Neuruppin und Kremmen. Frost wirkt sich insbesondere auf erdnahe Arbeiten aus.

Guter Fortschritt zwischen Kremmen und Wall

„In den vergangenen Wochen liefen die Arbeiten, wo es die Witterung zuließ, weiter. Bestimmte Arbeitsschritte wie der Kabeltiefbau sind bei Frost und Schnee jedoch technisch nur eingeschränkt möglich, beispielsweise weil bestimmte Arbeiten aufgrund der Temperaturen nicht durchgeführt werden können“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage. Als Beispiele nennt er Kabelverlegung, Gleisstopfen und Schweißen.

Es gibt aber auch positive Nachrichten von der Deutschen Bahn: Die für Januar geplante Schienenerneuerung zwischen Kremmen und Wall konnte abgeschlossen und der Abschnitt zu circa 45 Prozent bereits verschweißt werden.

Einschränkungen gelten voraussichtlich bis Ende April

Der Weiterbau am Bahndamm durch das Rhinluch ist abhängig von der Witterung und kann erst erfolgen, wenn der Boden wieder frostfrei ist: „Unter Berücksichtigung der Wetterprognosen für die kommenden Wochen und der Abwägung von Chancen und Risiken in der Baudurchführung ist eine Öffnung der Strecke vor dem 30. April nicht realistisch“, bestätigte der Bahnsprecher entsprechende Befürchtungen.

Erst dann kann der RE6 von Neuruppin wieder direkt nach Hennigsdorf fahren. Bislang verkehrt seit Beginn der Bauarbeiten der Prignitz-Express auf seiner Stammstrecke nur zwischen Kremmen und Hennigsdorf. Die Linie RB55 fährt weiterhin im Stundentakt zwischen Kremmen und Hennigsdorf. Ab Hennigsdorf geht es mit der S-Bahn-Linie S25 oder dem Regionalexpress RE2 nach Berlin. Im Oktober übernimmt dann für den RE2 der RB21 die Weiterfahrt in die Hauptstadt. Zwischen Neuruppin-West und Kremmen werden Ersatzbusse eingesetzt.

Die Bahn plant, das aktuelle Umleitungskonzept bis zum 30. April zu verlängern. Das bedeutet, dass der Prignitz-Express (RE6) zwischen Neuruppin und Berlin-Gesundbrunnen weiterhin über Oranienburg und Löwenberg umgeleitet wird. Das hat erhebliche Konsequenzen für andere Linien. So wird der RB32, der Oranienburg direkt mit dem Flughafen BER verbindet, erst am 1. Mai 2026 seinen alten Fahrplan wieder aufnehmen können. Hintergrund ist die begrenzte Kapazität der Bahntrasse zwischen Löwenberg und Berlin, die unter anderem vom RE5 und vom RE85, aber auch vom Fernverkehr und vom Güterverkehr genutzt wird.

Bahnübergang in Kremmen wird erst im Sommer umgebaut

Zudem gibt es eine Terminverschiebung: Der Umbau des Bahnübergangs in Kremmen über die L19/Ruppiner Chaussee wird nach Angaben des Bahnsprechers in den Juli 2026 geschoben. Dann sind Sommerferien. Details zu der Maßnahme wurden nicht mitgeteilt.

Ursprünglich sollten bereits am 6. Februar die Bauarbeiten im Kremmener Rhinluch abgeschlossen sein. Wegen des starken Winters konnte der Zeitplan aber nicht gehalten werden. Zunächst war geplant, die Bauarbeiten bis zum 6. März zu erledigen. Doch das hat wegen des Wetters nicht geklappt. Jetzt bleibt die Strecke voraussichtlich bis zum 30. April gesperrt.

Seit Anfang August 2025 wird an der Strecke zwischen Neuruppin und Kremmen gebaut.

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