Remo in Oranienburg
: Interaktives Museum für Kinder – was Familien erleben können

Das Regionalmuseum Oberhavel (Remo) in Oranienburg hat nicht nur eine Besonderheit, sondern viele kleine Überraschungen parat. Warum das Museum perfekt für Familien mit Kindern ist.
Von
Marco Winkler
Oranienburg
Jetzt in der App anhören
Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt, Maskottchen Mausfried

Mausfried ist das Maskottchen vom Remo in Oranienburg. Kinder können mit ihm das Museum erkunden – er hat auch viele Überraschungen mit im Gepäck.

Marco Winkler
  • Remo in Oranienburg: Interaktives Museum für Familien mit Maskottchen Mausfried.
  • Dauerausstellung „Geschichte(n) entlang der Havel“ bietet Zeitreise durch Oberhavels Geschichte.
  • Kinder entdecken spielerisch Epochen, Eltern erleben nostalgische Momente.
  • Mitmachangebote und interaktive Stationen sorgen für kinderfreundliches Museumserlebnis.
  • Eintritt: Kinder bis 6 Jahre frei, Familienkarte 10 Euro, Ferienprogramm ab 2 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine kleine blaue Tür mit goldenem Klopfer, darüber ein Guckloch mit Einblick in die barock eingerichtete Wohnung: Hier wohnt Mausfried. Sein Eingang schwebt etwas über dem Boden, um ungebetene Gäste fernzuhalten. Er selbst hat stets eine Strickleiter dabei, um hineinzugelangen. Mausfried ist das Maskottchen des Regionalmuseums Oberhavel (Remo) in Oranienburg.

Wenn Ulrike Rack durch die Stadt geht, kann es vorkommen, dass aufgeregte Kinder sie ansprechen. „Du bist doch die von Mausfried?!“ Ja, ist sie. Quasi seine Mutter. Eigentlich wollte die stellvertretende Museumsleiterin ihrer Tochter mit der Maus nur ihre Arbeit erklären. Inzwischen steht Mausfried für das Remo (Eigenschreibweise: ReMO).

Remo in Oranienburg – verspielte Geschichte(n)

Ulrike Rack lebt für das Museum, das sich in Trägerschaft des Landkreises befindet. Sie ist Herz und Seele zugleich. Wenn sie über die Exponate und Möglichkeiten des vor allem für Familien gedachten Regionalmuseums redet, dann schnell, voller Enthusiasmus und Leidenschaft. Ihre Begeisterung für die Dauerausstellung „Geschichte(n) entlang der Havel“ ist ansteckend.

Das Remo ist ein Erlebnismuseum, das eine verspielte, detaillierte Zeitreise durch die Geschichte Oberhavels ermöglicht – für alle Generationen. Besucher und Besucherinnen wandeln rückwärts durch die Jahrhunderte. Am Anfang stehen jedoch Persönlichkeiten aus Oberhavel, darunter der Glienicker Zauberkünstler Paul Korth-Cortini, Keramikerin Hedwig Bollhagen, Weltmeisterkoch Christian Haferkorn, Fußballtorwart Sebastian Mielitz oder Musiker Gernot Bronsert von Moderat.

Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt, Ulrike Rack als stellvertretende Museumsleiterin

Ulrike Rack ist stellvertretende Museumsleiterin im Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg.

Marco Winkler

Wie verspielt das Museum ist, zeigt schon diese erste Promiwand mit aufklappbaren Türchen, Andenken und Erinnerungen sowie einer besonderen Tür, hinter der sich ein Spiegel verbirgt. Sie sagt quasi: Jeder kann inspirieren, berühmt sein, es wert sein, auf dieser Wand zu erscheinen. Das Remo ermutigt.

Und es bringt Generationen zusammen. So erklärt Mausfried, wie hoch die Mauer zu DDR-Zeiten war. Eltern und Großeltern erfreuen sich an Objekten, die Erinnerungen hervorrufen – wie einer Pioniertrommel. Das Remo arbeitet auf unterschiedlichen Informationsebenen. Erwachsene können viel lesen, sich informieren, während Kinder immer wieder in die Kindheit ihrer Eltern und Großeltern abtauchen.

Reise durch die Geschichte – Krieg, Schiffe, Friedrich, Louise

So sind im Ausstellungsraum zum Zweiten Weltkrieg und der Bombardierung Oranienburgs auch Spielzeuge aus der damaligen Zeit zu sehen. Omas und Opas können im Landwirtschafts- und Schifffahrtsraum von früher Feldarbeit erzählen. „Es werden Geschichten übermittelt“, so Ulrike Rack. „Es war nicht nur harte Arbeit und alles schlecht. Oma und Opa haben den Geruch von Heu noch in der Nase, erinnern sich an das Picknick im Feld.“

Etwas weiter können Kinder Farbkleckse, wie sie Friedlieb Ferdinand Runge erfunden hat, auf einem Bildschirm erstellen oder sich mit Friedrich dem Großen, der nur 1,62 Meter groß war, messen. Es gibt ein Quiz und Dioramen, hinter jeder Ecke versteckt sich quasi eine Überraschung. Überall laden kleine Gucklöcher auf Kinderaugenhöhe zum Entdecken ein.

Imposant hingegen sind die Erinnerungen an Kurfürstin Louise Henriette von Oranien-Nassau. Während Eltern die 16 Quadratmeter große „Allegorie auf die Gründung Oranienburgs“ bewundern, können sich Kinder Schlossgeschichten von Mausfried erzählen lassen. Kleiner Hinweis: Der Sprecher dürfte vielen aus Hörspielen oder dem Film „Zurück in die Zukunft“ bekannt vorkommen. Noch ein Tipp hinterher: Irgendwo in dieser barocken Epoche könnte sich Mausfrieds Wohnung verstecken.

Nach der Bewunderung unter anderem prunkvoller Porzellanobjekte und dem Gang durchs düstere Mittelalter – kein Aspekt der Geschichte wird ausgelassen – wartet ein Ritter in glänzender Rüstung. „Sie ist angelehnt an das Jahr 1415“, so Ulrike Rack. Heißt auch: Es sind keine ausgearbeiteten Bauchmuskeln vorhanden, wie sie in Filmen inzwischen häufig fälschlicherweise gezeigt werden.

  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt,

    Im Remo in Oranienburg lädt Chemiker Runge ein, Farbkleckse zu erstellen – allerdings komplett digital.

    Marco Winkler
  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt, Maskottchen Mausfried

    Mausfried erklärt im Schloss alles kinderleicht, er führt auch durch die ehemalige DDR.

    Marco Winkler
  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt, Ulrike Rack als stellvertretende Museumsleiterin

    Ulrike Rack mitten in der Industrialisierung. Unter dem Schiff können Kinder so einiges entdecken.

    Marco Winkler
  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt,

    Während Eltern sich Videos zur Bombardierung Oranienburgs angucken, können Kinder sehen, womit ihre Großeltern vielleicht gespielt haben.

    Marco Winkler
  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt, Ulrike Rack als stellvertretende Museumsleiterin

    Links Louise, rechts Ulrike Rack: Die Geschichte vom Schloss Oranienburg hat eigene Räume.

    Marco Winkler
  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt,

    Friedrich I. holte prunkvolles Porzellan nach Oranienburg.

    Marco Winkler
  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt,

    Das Mittelalter im Museum: Stadttor von Gransee, Ritter und, wie überall, ein digitales Mitmachangebot für Kinder

    Marco Winkler
  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt,

    Im Remo machen viele Miniaturen (Dioramen) die Geschichte des Landkreises Oberhavel lebendig.

    Marco Winkler
  • Regionalmuseum Oberhavel Remo (ReMO) in Oranienburg, Träger Landkreis, im Schloss angesiedelt,

    Imposant: Skelette aus der Eiszeit. Sie bilden den Abschluss des Museums.

    Marco Winkler
1 / 9

Wer es bis ins Mittelalter geschafft hat, ist nur noch einen Katzensprung – bei dem Wort dürften Mausfrieds Ohren schlackern – von der Stein- und Eiszeit entfernt. „Wir fragen Kinder immer gerne, wie groß ihr Backenzahn ist“, so Ulrike Rack. In einer Vitrine liegt zum Vergleich der riesige Backenzahn eines Mammuts. Junge Gäste können auch auf dieser Zeitebene spielen, ein Blockbohlenhaus aus der Slawenzeit erkunden, selbst auf digitale Ausgrabungstour gehen.

„Für viele Kinder ist das Remo die erste Museumserfahrung überhaupt“, sagt Ulrike Rack. Umso mehr Wert wird auf eine kinderfreundliche Atmosphäre und viele Mitmachangebote gelegt. In jedem Raum, der eine ganze Epoche umfasst, können die jüngsten Entdecker Sachen erkunden, ihre Neugier ausleben, Dinge anfassen. Das Remo ist so interaktiv und unterhaltsam, wie es ein Museum nur sein kann oder sollte.

Preise, Öffnungszeiten und Ferienprogramm des Remo in Oranienburg

Kontakt: Regionalmuseum Oberhavel im Schloss Oranienburg, Schlossplatz 1, 03301 6015770, remo@oberhavel.de

Öffnungszeiten: April bis Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17.30 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr)

Eintritt:

  • Kinder bis 6 Jahre: frei, Kinder ab 7 Jahren und Jugendliche: 2 Euro, Erwachsene: 5 Euro (ermäßigt 4 Euro)
  • Familienkarte: 10 Euro für bis zu zwei erwachsene Personen und vier Kinder/Jugendliche (unter 18 Jahre)

Ferienprogramm: „Reise in die Steinzeit“ (30. Juli, 13. und 27. August), „Geschichte(n) aus dem Rahmen“ (6. und 20. August), immer von 14.30 bis 16 Uhr, Preise: Kinder 2 Euro, Erwachsene 5 Euro (ermäßigt 4)

Sonderveranstaltung: 30. August, 14.30 bis 16 Uhr, „MuseumsMalerei - Keramik selbst gestalten, inklusive Besuch der Dauerausstellung, 59 Euro pro Person, Anmeldungen über remo@oberhavel.de