Sicherheit: Erhebliche Mängel in Feuerwehrdepots

Deutlich zu wenig Platz: Die Enge ist eines von mehreren Problemen im Feuerwehrdepot Friedrichsthal, wie Ortswehrführer Manuel Jänisch (l.) und Ortsvorsteher Jens Pamperin hier eindrucksvoll demonstrieren.
Friedhelm BrenneckeDas jedenfalls geht aus der zweiten Fortschreibung des Gefahrenabwehrbedarfsplans (GABP) hervor, der von der Sicherheitsberatung Luelf & Rinke erarbeitet wurde und in einer Sondersitzung des zuständigen Bauausschusses beraten wird. Für das Feuerwehrdepot Friedrichsthal, in dem es schon länger Feuchtigkeitsschäden gibt, sehen die GABP-Autoren dringenden Handlungsbedarf. Denn neben der mangelhaften Gebäudesubstanz und den zu kleinen Stellplätzen unterschreiten die Abstände in der Fahrzeughalle die Vorgaben der Unfallverhütungsvorschriften zum Teil deutlich. Ähnliches gilt auch für das Feuerwehrdepot in Zehlendorf, bei dem zudem von kritischen Tormaßen die Rede ist.
Die Berater kommen zu dem Schluss, dass die bestehenden Probleme sich nur mit Neubauten lösen lassen. Für Friedrichsthal wird der Neubau eines Feuerwehrgebäudes mit drei Stellplätzen, für Zehlendorf ein Neubau mit zwei Stellplätzen empfohlen. Im Fall von Friedrichsthal sollte – wie es bereits im GABP 2011 als Alternative aufgezeigt war – über einen gemeinsamen Standort der Feuerwehren Friedrichsthal und Malz nachgedacht werden. Neben der Bedarfsplanung, die dabei zu berücksichtigen sei, dürfte auch die Unterhaltungskosten eines statt zweier Gebäudes dabei eine Rolle spielen. Außerdem könnten in einem Neubau gegebenenfalls noch andere städtische Einrichtungen untergebracht werden.
Handlungsbedarf sehen die Berater auch an den Standorten Oranienburg, Sachsenhausen, Malz und Wensickendorf. In der Hauptwache fehle ein Raum zum Tauschen von Ausrüstungsgegenständen durch die einzelnen Ortswehren, ferner gebe es zu wenige Lagerräume und eine Brandmeldeanlage existiere nicht. In Sachsenhausen sei unter anderem der Ölabscheider defekt und die Entwässerung der Fahrzeughalle ungenügend. Im Depot Malz fehlt eine Abgasabsauganlage, in Schmachtenhagen seien keine kreuzungsfreien Laufwege vorhanden und in Wensickendorf gebe es zu wenige befestigte Parkplätze für die Einsatzkräfte. Allein an den Feuerwehrhäusern in Germendorf – es wurde 2016 neu gebaut – und dem in Lehnitz gebe es nichts auszusetzen.
Auch beim Personal sehen die Berater stellenweise Defizite. Zwar habe sich die Zahl der aktiven Kräfte von 2011 bis 2017 um elf auf insgesamt 232 erhöht. Allerdings sei die Zahl der Atemschutzgeräteträger seitdem um 50 gesunken. Auch stünden arbeitsplatzbedingt in den einzelnen Ortsteilen werktags tagsüber nur noch 29 Kräfte bereit. In diesem Zeitraum seien nach Planzahlen nur die Wehren in Germendorf und Sachsenhausen personell hinreichend aufgestellt. In den übrigen Ortswehren sei die Tagverfügbarkeit kritisch bis äußerst kritisch.
Nicht zuletzt deshalb müsse weiter gezielt daran gearbeitet werden, mehr Kräfte für die Feuerwehr zu gewinnen, die auch werktags tagsüber verfügbar seien. Zu prüfen sei, ob auch Feuerwehrangehörige anderer Kommunen, die in Oranienburg arbeiten, unterstützend tätig werden könnten. Auch sollte versucht werden, städtische Mitarbeiter für die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen. Mehr freiwillige Kräfte seien gerade am Standort Innenstadt nötig. Einer intensiven Förderung und Unterhaltung der Jugendfeuerwehr komme dabei ebenfalls eine besondere Bedeutung zu.
Der Bauausschuss berät am 21. Januar über den Gefahrenabwehrbedarfsplan, eine Neufassung der Feuerwehrentschädigungssatzung und eine bessere Ausstattung der Feuerwehren. Getagt wird um 18 Uhr im Feuerwehrdepot Friedrichsthal, Keithstraße 1.
Löschwasser
■ Die Löschwasserversorgung wird in den dicht besiedelten Gebieten durch stationäre Hydranten gesichert.
■ In Teilbereichen von Bernöwe, Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf sind in den nächsten Jahren allerdings Löschwasserbrunnen zu bauen.⇥(bren)