Sicherheit
: Fahrtraining für Senioren in Kremmen

Senioren in Kremmen frischen ihr Wissen auf. Nach der Theorie folgte am Montag die Praxisstunde.
Von
Marco Winkler
Kremmen
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Auffrischung: Fahrlehrer Detlef Pelchen erklärt, wie wichtig ist es, das Lenkrad richtig zu greifen.

Marco Winkler

Führerschein nicht in Gefahr

Gemeint ist ihr Mann Joachim, der Fahrer in der Familie. Er stellt sich selbstbewusst dem Fahrsicherheitstraining. "Vor zwei Jahren bin ich 80 geworden, da haben mir meine Kinder einen ADAC–Check geschenkt“, sagt er. "Ohne Führerschein bist du hier aufgeschmissen“, spielt er auf einen Nachteil des Landlebens an.

Schon am Freitag nahmen rund 20 Senioren am theoretischen Führerscheintest in Beetz teil. Die meisten schnitten mit eher mauen Ergebnissen ab. Norbert Bornschein hatte vorher geübt. Zwei Wochen lang. "Ich habe die Theorieprüfung am PC wiederholt und wiederholt“, sagt der 72–jährige Sommerfelder. Beim elften Versuch hatte er dann das erste Mal bestanden. „Ich will einfach auf dem neuesten Stand bleiben, deshalb bin ich heute hier“, sagt er am Montag. Denn er muss zugeben: Es gebe Vorschriften, die mit Logik nicht immer zu erklären seien. Er selbst hat seinen Führerschein 1968 gemacht. "Das ist schon etwas her, aber ich fühle mich noch fit.“

Eine kleine Auffrischung könne aber nicht schaden, findet der Senior. „Wenn ich irgendwann merke, es geht nicht mehr, lasse ich das mit dem Auto fahren.“ Wobei er auch ältere Mitmenschen versteht, die sich bis ins hohe Alter nicht von ihrem Gefährt trennen können. „Wir leben auf dem Dorf, müssen einkaufen, zum Arzt. Ohne Auto fehlt auch ein Stück Selbstständigkeit.“

Damit die Senioren nicht zu schnell ihren "Lappen“ abgeben müssen, bringt sie in Kremen Fahrschullehrer Detlef Pelchen aus Velten auf einen aktuellen Stand. "Es passiert nichts Schlimmes“, sagt er eingangs. Führerscheine werden in keinem Fall entzogen. „Wir wollen schauen, welche Fehler sich eingeschlichen haben im Laufe der Zeit“, beruhigt er. Laut Pechel fahren Senioren — anders als es ihr Ruf vermuten lässt — oft vorausschauender als andere Verkehrsteilnehmer. "Zumal die Jugend mit ihren tiefergelegten Wagen noch langsamer unterwegs ist“, scherzt er.

Nachdem geprüft wurde, ob Spiegel richtig eingestellt und Sitze in der idealen Position sind, fahren die Senioren in Gruppen los. Sie sollen sich gegenseitig über die Schultern schauen, das Fahrverhalten der anderen begutachten. Nur eine sitzt nicht am Steuer: Helga Wiemann. Sie lässt ihren Mann fahren.