Sommerlager: Indianer in Tiergarten

Bevor sich die jungen Teilnehmer am Sommerlager beim Basteln mit Holz ausprobieren konnten, wurden sie in die richtige Sägetechnik eingewiesen.
Sophie SchadeIn den vergangenen 20 Jahren schlugen Kinder und Betreuer ihre Zelte immer am Mühlensee in Oberkrämer auf und damit in einem Naturschutzgebiet. Die Genehmigung dafür lief in diesem Jahr aus, sodass ein neuer Platz mit entsprechenden Strom- und Wasserzugängen gesucht und in der Tiergartensiedlung gefunden wurde.
Schauspiel über Indianer
Das Motto des Sommerlagers in diesem Jahr: „Indianer – Jenseits der Wälder“. So leben auch die Teilnehmer des Sommerlagers in dieser Woche „jenseits der Wälder“ außerhalb der eigenen Komfortzone des Elternhauses, ohne Smartphone oder Computer. Nach der ersten Nacht im Zeltlager begann das Tagesprogramm am Sonnabend mit einem kurzen Schauspiel über den Briten James, der in den Wäldern Kanadas einer Gruppe von Indianern das Lesen und Schreiben beibringt, damit sie die Bibel lesen können. Außerdem legt er sich mit einem hochrangigen Angestellten der Hudson’s Bay Company an, der den Ureinwohnern, die für ihn arbeiten, keinen freien Sonntag zugestehen möchte. Das Stück bezog sich auf das Wirken des evangelischen Missionars James Evans, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit nordamerikanischen Ureinwohnern arbeitete, ihnen den christlichen Glauben nahebrachte und sie das Lesen und Schreiben lehrte.
Möbelstücke bauen
Nach einer Runde Gesang, bei der die „Solaband“ das Zepter auf der Bühne in der Hand hatte und lautstark mitgesungen und getanzt wurde, testeten die Kinder ihre Handwerkerfähigkeiten aus. Ein Zelt, Betten und eine Feuerschale hatten sie schon für ihr Lager. Nach einer kurzen Werkzeugeinführung waren sie an der Reihe und durften sich aus Holz die Möbelstücke bauen, mit denen sie ihr Lager vervollständigen wollten, beispielsweise ein Schuhregal. Vor allem die Jungen waren sichtlich fasziniert und hatten großen Spaß an dieser Aufgabe. Für die restliche Woche ist noch jede Menge Spiel und Spaß geplant, beispielsweise eine Drachenboottour, auf der vor allem der Teamgeist der Kinder und Jugendlichen geschult werden soll.
Bereits am Freitag war das Lager mit einer Veranstaltung in Hohenbruch eröffnet worden. Von dort aus legten die Gruppen einen Fußmarsch zu ihrem eigentlichen Lager nach Tiergarten zurück. Es führten zwei Wege dorthin. Der eine war fünf, der andere neun Kilometer lang.
Camp kurz vor dem Abbruch
Mit großer Sorge haben die Zeltlager-Macher am Samstagabend das angekündigte heftige Gewitter verfolgt, wie Mitorganisator Oliver Lauktien am Sonntag berichtet.
"Wir haben ständig beobachtet, was da auf uns zukommt, und alle Teilnehmer vorsorglich ins große Zelt geholt", so Lauktien, "das ist stabiler und bietet mehr Schutz".
Im Zelt wurde für die 160 Kinder und Jugendlichen ein "Regenprogramm" improvisiert mit Musik und einem Film.
Bis zuletzt sei überlegt worden, das Lager zu räumen. Für den Notfall standen sowohl die Freiwillige Feuerwehr Germendorf als auch die Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) mit Bussen bereit.⇥bu