"Mit dem Computerspiel hat das nicht mehr viel zu tun", sagt Bettina Böcker, Sozialarbeiterin an der Germendorfer Grundschule. Sie meint Fortnite, das Online-Game, in dem virtuell auf Menschen geschossen wird. Es fließt zwar kein Blut, brutal ist es dennoch. Aus "nite" (Slang für Nacht) machten die Veranstalter "life" (Leben).
"Wir sind mit sechs Fachkräften und zwei Praktikanten hier", sagt Bettina Böcker. 20 Kinder zwischen 10 und 13 nehmen teil. Ebenso viele wie kommende Woche in Germendorf beim zweiten Durchgang. 60 Interessenten gab es. "Uns geht es darum, dass hier alle fair miteinander umgehen und Spaß haben." T-Shirts, Cappis, Beutel, Schilde – die Kinder gestalteten in der Kirche im Container (KiC) alles selbst, um am Freitag die Belohnung zu bekommen: Wettkampf im Freien. Ohne Waffen und Blut. Dafür mit Wasser und Fairplay. "Die Hälfte kannte das Spiel, ein Drittel spielt es regelmäßig", hat Bettina Bröcker erfahren. "Wir klären auf, wenn jemand von einem Headshot spricht." Also von einem Kopfschuss. Pädagogischer Ansatz: Die Gewalt aus dem Spiel nehmen, den Teamgedanken in den Fokus rücken. "Wir erreichen nicht alle, aber einige gehen bewusster nach Hause." Die Polizei beantworte in der Woche Fragen zu Waffen und Medienrecht. Aus geplanten 45 Minuten wurden zwei informative Stunden.
Zum Ende der Woche sind die Eltern vor Ort, sehen sich die abends einstudierten Tänze der Kinder an. "Wir reden mit ihnen über Ego-Shooter." Die Eltern – das Game ist offiziell ab zwölf erlaubt – seien verantwortlich, wenn ihre Kinder Fortnite zocken. Schließlich würden sie das Spiel installieren.
Das Projekt ist eine Kooperation vom ImPuls-Verein, dem KiC und dem DRK Jugendclub sowie der DRK Schulsozialarbeit an den Grundschulen. Träger, Stadt und Landkreis beteiligen sich. Eltern zahlen einmalig 25 Euro.