Tiere schlagen Menschen in Büros: „In der Seehundstation gab es eindeutig mehr zu zu sehen als in der Landesgeschäftsstelle des NABU in Schleswig-Holstein“, sagt Bjarne Hutmacher. Doch beide Einrichtungen hätten sich gleichermaßen über seine Spende gefreut. Das Geld – beide Organisationen bekamen jeweils 1.000 Euro – verdankt der junge Unternehmer aus Bergfelde den Gin-Liebhabern.

Kein „Greenwashing“

2018 gründete er seine eigene Gin-Marke unter dem Namen „Schwarzer Walfisch Gin“. Da er sich später nicht den Vorwurf des „Greenwashings“ gefallen lassen wollte, bei dem Unternehmen lediglich für gute, öffentlichkeitswirksame Werbung umweltfreundlich agieren, hatte er von Anfang an ein gut gemeintes Vorhaben im Blick: Mit dem Verkauf spendet der Konsument jeweils einen Euro pro Flasche. „Als Start-up hatte ich die Chance, eine klare Aussage zu treffen und meine Linie zu fahren“, sagte er jüngst im Gespräch mit dieser Zeitung. Er produziere keinen Marketing-Gin.
Destilliert wird sein Walfisch-Gin in der Schwechower Obstbrennerei im Mecklenburgischen Elbetal zwischen Hamburg und Schwerin. „Nun wurden die Spenden endlich übergeben“, teilt Hutmacher diese Woche mit. Der Mittzwanziger überreichte die symbolischen Schecks.
Die Seehundstation Friedrichskoog am Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer gibt es seit 1985. Die Mitarbeitenden kümmern sich um die tierschutzgerechte Aufzucht von Seehunden und Kegelrobben. Bekanntheit erlangte die Station, als das ZDF „Hallo Robbie!“ dort drehte. Sie ist ebenfalls Teil der dokumentarischen Fernsehserie „Seehund, Puma & Co.“ gewesen.
„Beim NABU geht die Spende an das Projekt ‚Ostsee-Schweinswal“, sagt Gin-Macher Hutmacher. Erst vor wenigen Tagen habe er das Geld überreichen können. Laut NABU werden in der Ostsee nur noch etwa 450 Exemplare vermutet. „Stellnetze der Fischer, Sprengungen der Marine, Baulärm, Müll und Schadstoffe aus der Landwirtschaft sind für viele Tiere tödlich“, heißt es auf der NABU-Seite. Hutmacher ist die Unterstützung der Projekte wichtig, „aus sozialer Verantwortung“, wie er sagt.