Sperrung in Oranienburg
: Züge fallen aus – verdächtiger Fund legt Bahn-Verkehr lahm

In Oranienburg wurde bei Baggerarbeiten ein verdächtiges Objekt zutage gefördert. Der Kampfmittelräumdienst wurde alarmiert. Der Zugverkehr vorübergehend eingestellt.
Von
Antje Schroeder
Oranienburg
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Mehrere Züge der Regionalbahn RB32 konnten wegen des Alarms am Donnerstagmorgen nicht fahren (Archivbild).

Tilman Trebs

Aufregung in den frühen Morgenstunden in Oranienburg: Bei Baggerarbeiten fand sich am Donnerstagmorgen (29.2.24) nahe den Gleisen an der Stralsunder Straße ein verdächtiger Gegenstand. Zunächst war nicht klar, ob es sich um eine Bombe handelte.

Der Zugverkehr war von 4:15 Uhr bis 5:42 Uhr gesperrt, berichtet Kostja Stroinski, Sachbearbeiter in der Pressestelle der Bundespolizei. Die Bundespolizei war um 4:02 Uhr verständigt worden.

Kampfmittelräumdienst im Einsatz

Auch die Stralsunder Straße war zeitweise dicht, sagt Polizeihauptkommissar Thomas Wolter, Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion Oberhavel. Der Gegenstand wurde gegenüber dem Park&Ride-Platz gefunden.

Der Kampfmittelräumdienst des Landes Brandenburg rückte an, um das knapp 100 Kilogramm schwere Objekt zu überprüfen. Schließlich gab es Entwarnung: Die Beamten stuften den Gegenstand als ungefährlich ein. Es habe sich um ein altes Achsteil eines Zuges gehandelt, so Stroinski. Zwischendurch hatte man noch gemutmaßt, dass es sich um eine Gaskartusche oder eine Granate handeln könnte.

Züge der RB32 fallen aus, ICE umgeleitet

Da zunächst eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Zugverkehr eingestellt. So fuhren verschiedene Regionalbahnen der Linie RB32 zwischen Oranienburg, Lichtenberg und Schönefeld nicht. Unter anderem fiel die RB 32 um 7:19 Uhr ab Schönefeld Richtung Lichtenberg aus, um 6:48 Uhr ab Lichtenberg, um 5:45 Uhr ab Oranienburg in Richtung Lichtenberg, wie die DB Regio Berlin-Brandenburg auf dem Kurznachrichtendienst X meldete.

Auch die RE5 wurde zeitweise gestrichen, etwa der Zug um 4:48 Uhr ab Berlin-Hauptbahnhof in Richtung Löwenberg. Der ICE aus Warnemünde nach Berlin und Dresden wurde umgeleitet und hatte 20 Minuten Verspätung, wie eine Sprecherin der Bahn sagte.

Noch 250 Blindgänger im Boden vermutet

Oranienburg ist in puncto Bomben leidgeprüft. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg besonders stark bombardiert, entsprechend häufig werden Bomben gefunden. Schätzungen zufolge liegen hier noch 250 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Die nächste Entschärfung ist für den 14. März anberaumt.

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