Sport in Oranienburg: Sie erfüllen letzte Wünsche – Spendenlauf fürs Hospiz

Stecken hinter dem Hospiz-Spendenlauf oder unterstützen ihn (von links): Robert Remer (Initiative), Sascha Rüffer (Vorsitzender SSV Hohen Neuendorf), Detlef Rosenberg (Vorsitzender TuS Sachsenhausen), Kai Menzel (SSV Hohen Neuendorf) und Odin Tietsche (Oberhavel Kliniken)
Marco Winkler- Spendenlauf für Hospiz Oranienburg: Initiative „Wir für euch“, SSV Hohen Neuendorf, und Unterstützer organisieren.
- 95% Kosten durch Krankenkassen, restliche 5% via Spenden.
- 2025 sind Läufe über 24, 18 und 5 km geplant, Start und Ziel am TuS Sachsenhausen.
- Erlöse ermöglichen Wünsche und Projekte im Hospiz, z.B. Grillfeste, Ausflüge.
- Anmeldung online, keine Startgebühren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Und dann kommen doch die Tränen. Als Robert Remer über die Wünsche von Menschen spricht, die nur noch wenige Tage oder Wochen zu leben haben, überwältigen ihn die Emotionen. Remer ist einer der Köpfe hinter der Initiative „Wir für euch“. Mit einem Spendenlauf wird auch 2025 Geld für das Hospiz Lebensklänge in Oranienburg gesammelt.
„Lebensklänge“ wurde 1994 als erstes stationäres Hospiz in Oberhavel eröffnet. Träger und Betreiber ist eine Tochtergesellschaft der Oberhavel Kliniken. 95 Prozent der Kosten übernehmen Kranken- und Pflegekassen, die restlichen fünf Prozent muss das Hospiz über Spenden aufbringen.
Nach dem Tod der Mutter eine Initiative gegründet
Seit 2015 hilft dabei die von Romano Bergling gegründete Initiative „Wir für euch“. Auf die Idee kam der Krankenpfleger aus Velten nach dem Tod seiner Mutter. Er wollte das Tabuthema Tod und die bedeutende Arbeit im Hospiz in die Öffentlichkeit rücken, bekannter machen. Mit Erfolg.
„Wir für euch – alle fürs Hospiz“ geht am 28. Juni mit einem Spendenlauf in die elfte Runde, obwohl das eigentlich nicht der Plan war. „Nach Corona waren wir erst einmal platt und meinten, es reicht jetzt“, sagt Kai Menzel. Er sitzt im Vorstand des SSV Hohen Neuendorf. Der Verein hat erneut die sportliche Leitung übernommen.
Trotz der Müdigkeit machten Initiative, SSV und Unterstützer weiter: Sie steckten ein halbes Jahr Arbeit in die Organisation eines 24-Stunden-Laufs in Hohen Neuendorf. Das Resultat der Veranstaltung von 2024 waren mehr als 25.000 Euro an Spenden. Für 2025 sollte es eine Nummer kleiner sein, um 2026 wieder einen 24-Stunden-Lauf – diesmal in Kremmen – ausrichten zu können.
Der Lauf hat seinen Anker auf dem Vereinsgelände des TuS Sachsenhausen. Start und Ziel befinden sich am Stadioneingang („Am Park“). „Wir freuen uns, dass die Veranstaltung hier stattfinden kann“, so Robert Remer. Es gibt drei Läufe über jeweils 24, 18 und etwas über 5 Kilometer. Jeder kann teilnehmen, einzeln oder als Team.
Was das Hospiz Oberhavel mit den Spenden ermöglicht
Wichtig war der Initiative, einen Punkt am Hospiz an der Germendorfer Allee einzurichten. „Wir wollen zeigen, wofür wir das alles machen, wo die Spenden hingehen“, so Remer. Wer ins Hospiz kommt, lebt in der Regel nicht mehr lange. „Es sind nur kleine Wünsche“, die die Menschen haben, so Remer mit Tränen in den Augen. Sei es ein Ausflug oder ein Grillfest.
Mit dem Geld von 2024 habe das Hospiz – nicht zu verwechseln mit dem ambulanten Hospizdienst in Oranienburg – eine Begegnungsstätte mit Rosenspalier und Überdachung bauen können, damit Besuch und Bewohner auch bei Regen oder starker Sonne geschützt draußen sitzen können.
Die Organisatoren hoffen auf mehr als 200 Läuferinnen und Läufer. Die Spenden können sowohl vor Ort in Boxen gesteckt als auch erlaufen werden. Einige Teilnehmer organisieren sich Sponsoren, die quasi ein Kilometergeld spenden.
Das ist die Strecke des Spendenlaufs in Oranienburg
Die Strecke ist sowohl für Jung und Alt als auch für sportliche und weniger sportliche Teilnehmer geeignet. Die 24 Kilometer – Startschuss: 10.30 Uhr – führen über Sachsenhausen zur Lehnitzseeschleuse und entlang des Naturlehrpfads am Lehnitzsee zur Turm Erlebniscity. An der Rettungswache gegenüber ist ein Checkpoint eingerichtet für den Start der 18 Kilometer gegen 11.30 Uhr.
Von dort führt der Weg zum Havelkorso in Lehnitz und auf dem Ruppiner-Land-Rundwanderweg Richtung Pinnow. Am Oranienburger Kanal entlang und am Umspannwerk vorbei, wartet am Hospiz der nächste Checkpoint, wo Läufer, die fünf Kilometer zurücklegen wollen, gegen 14.30 Uhr starten. Die Route durch die Altstadt, zurück zum Kanal und an der alten Biberfarm vorbei, endet auf dem TuS-Gelände.
Auf dem TuS-Areal gibt es Imbiss und Getränke, ein Programm, eine Tombola und Kinderattraktionen. Wer sich am Spendenlauf beteiligen möchte, meldet sich online über den SSV Hohen Neuendorf an. Stargelder werden keine erhoben.



