Sportpolitik: KSB Oberhavel plant Erhöhung der Beiträge

Der KSB-Vorsitzende Frank Müller (links) mit Olaf Neupert, Marktdirektor der Mittelbrandenburgischen Sparkasse
Stefan ZwahrAuf Nachfrage bemerkt der KSB-Vorsitzende Frank Müller, dass es mehrere Gründe für die angestrebte Beitragsanpassung geben würde. So habe der Kreissportbund binnen kürzester Zeit die dritte Geschäftsstellen-Mitarbeiterin verloren, „weil wir nur Mindestlohn zahlen und sie damit nicht adäquat bezahlen können“. Zudem hätten sich durch den Umzug der Geschäftsstelle in die Andre-Pican-Straße (wurde 2016 vollzogen) höhere laufende Kosten ergeben. Obendrein seien größere Investitionen in das Auto des Sportverbandes erforderlich gewesen. „Und auch die Technik des KSB ist nicht mehr auf dem neuesten Stand. Viele Sachen sind nicht auf dem heutigen Stand und müssen auf Vordermann gebracht werden.“ Müller betont, dass die Mehreinnahmen erforderlich seien, um für die Erfüllung der satzungsgemäßen Zwecke genug Geld zu haben. „Wir müssen den Beitrag den gestiegenen Kosten anpassen.“
Mit Stand vom 1. Januar diesen Jahres sind im Kreissportbund Oberhavel 216 Vereine mit insgesamt 25 206 Mitgliedern organisiert. Bislang fließen 1,50 Euro pro Mitglied und Jahr in die Kassen des KSB. Nach einer Erhöhung müssten die Vereine einen Euro mehr abdrücken – was bei einem Verein wie Stahl Hennigsdorf (dem mitgliederstärksten Verein in Oberhavel) eine Steigerung der jährlich Kosten von derzeit 1 957 auf dann 3 262 Euro bedeutet.
Dass es aus den Reihen der Mitglieder Widerstand geben wird, weiß auch Müller. "Die Finanzen sind ein sensibles Thema. Beitragserhöhungen sind nie positiv.“ Der Vorsitzende wirbt dennoch um Verständnis. „Sicherlich wird es wieder Kommentare geben, dass die Vereine keinen Kreissportbund brauchen. Doch dieses System, wonach die Mitgliedsvereine den KSB tragen, habe ich mir nicht ausgedacht. Ich möchte etwas bewegen.“ So schwebt ihm vor, externe Referenten zu engagieren, die den Vereinen bei rechtlichen Fragen oder Ähnlichem beratend zur Seite stehen. Müller: „Wenn man den Anspruch hat, das qualitativ gut zu machen, muss man Geld in die Hand nehmen.“ Der Mehraufwand werde die Vereine aus seiner Sicht nicht überfordern.
So reagieren Vereinsvorsitzende
Christian Lambeck, JC Samura Oranienburg: "Abschließend haben wir uns noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Klar ist: Der KSB braucht auch seine Mittel, damit alles passt. Wichtig ist, dass der Verband mit dem Geld vernünftig wirtschaftet. Das heißt, er muss den Vereinen etwas zurückgeben. Aber wer sich kümmert, hat auch seine Vorteile. So können, zum Beispiel Gelder für Bildungsreisen, abgerufen werden. Es gibt keinen Grund, den Antrag von vornherein abzulehnen."
Bernd Götze, Stahl Hennigsdorf: "Wir äußern uns noch nicht weiter öffentlich dazu, da wir die Informationsveranstaltung abwarten wollen, lehnen aber grundsätzlich eine Beitragserhöhung ab. Wir entsenden die volle Anzahl der Delegierten zur Mitgliederversammlung."
Frank Ribak, Fortuna Glienicke: "Man wird über diesen Antrag noch reden müssen. Was vom KSB vorgebracht wird, kann man alles verstehen. Es passieren gute Sachen, keine Frage. Und wir bekommen auch Zuschüsse. Doch im Endeffekt ist das nur eine Umbucherei. Das Problem ist, dass uns mehr Geld aus der Tasche gezogen wird, als wir auf der anderen Seite bekommen. Wir zahlen riesige Summen an den Landes- sowie Kreissportbund und an die Fachverbände. Das muss aber alles auch wieder reinkommen. Wir müssen Geld durch Beiträge generieren, um das bezahlen zu können. Als Ehrenamtler verschaffen wir den Verbänden eigentlich das Geld, damit dort Hauptamtler bezahlt werden können. Die Konseqenz ist, dass auch wir irgendwann die Beiträge erhöhen. Oder wir nehmen unseren Sportlern das Geld weg. Ich weiß nicht, ob der KSB keine anderen Möglichkeiten hat, Geld zu generieren."⇥sz
