Stadtleben: Großer Ärger über Hundehaufen in Oranienburg
Helma und Peter Petermann stinkt es: Sie haben auf dem Weg von ihrer Wohnung in der Augustin–Sandner–Straße bis zum Landratsamt 37 Hundehaufen gezählt. „Es wird immer schlimmer“, sagt Helma Petermann. Sie müsse sich jetzt mal beschweren. Es könne doch nicht sein, dass immer mehr Hundebesitzer ihre Vierbeiner überall ihr Geschäft machen und die Hinterlassenschaften dann auch noch liegen ließen. „Oranienburg ist so schön geworden, besonders die Havelpromenade. Aber da liegen auch besonders viele Haufen“, beklagt die Rentnerin.
Dann zeigen Helma und Peter Pertermann auf die Baumscheiben in der Lehnitzstraße. Die mit Mulch befüllten Beete sehen aus wie Hundetoiletten. Vorm Haus des Oranienburger Generalanzeigers liegen mindesten zehn Haufen. Ein paar Meter weiter am Louise–Henriette–Steg sind die Tretminen kaum noch zählbar. „Ich bin kürzlich auf einem Haufen ausgerutscht. Zum Glück bin ich nicht gefallen“, antwortet Helma Petermann auf die Frage, wann sie zuletzt in eine stinkende Hinterlassenschaft getreten ist.
In der Willy–Brandt–Straße machen sich die Bewohner eines Hauses mit einer an der Haustür angebrachten Aufforderung an Hundebesitzer Luft. Der Bereich vor der Haustür sei keine Hundetoilette. „Benutzen Sie für die Ausscheidungen Ihrer Hunde Ihre eigenen Wohnbereiche“, steht klar und deutlich auf dem Schild zu lesen.
Ein Problem sind die Haufen auch für den Stadthof, sagt Stadtsprecherin Eike–Kristin Fehlauer. Für die Mitarbeiter, die zum Beispiel die städtischen Flächen mähen und pflegen, würden Hundehaufen oft genug zum Ärgernis. „Dabei fliegt manchmal nicht nur Gras durch die Luft.“
Die Stadt unterstütze die Hundebesitzer bei der Beseitigung der Hundehaufen. Insgesamt 25 sogenantte Hundetoiletten, das sind eigentlich nur Halterungen, aus denen Hundekotbeutel entnommen werden können, stehen in Oranienburg, die meisten davon in der Innenstadt. Grundsätzlich sei jeder Hundebesitzer in der Pflicht, die Haufen zu beseitigen, sagt Eike–Kristin Fehlauer. „Das sollte auch eine Selbstverständlichkeit sein. Gegenseitige Rücksichtnahme ist gefragt“, sagt die Stadtsprecherin.
Die Zahl der steuerpflichtig angemeldeten Hunde ist in den vergangenen Jahren nur leicht, aber kontinuierlich gestiegen. 3 864 Vierbeiner sind akuell steuerpflichtig gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es 3 846 Hunde, im Jahr 2017 noch 3 803 gemeldete Hunde. Größere Hunde müssen nach der Brandenburgischen Hundehalterverordnung zudem dem Ordnungsamt gemeldet werden.
Helma Petermann findet, dass sich das Ordnunsgamt um die Einhaltung der Pflicht zur Beseitigung kümmern sollte. Sie selbst habe schon einige Hundebsesitzer, deren Tiere gerade ihr Geschäft auf der Straße machten, angesprochen. „Der hat nur gepinkelt“ oder „dafür zahle ich Steuern“, hätten die Leute ihr geantwortet. Man könnte die Haufen markieren, um zu zeigen, wie viel davon im öffentlichen Raum als potenzielle Tretminen herumliegen und stinken, sagt Helma Petermann und lacht.

