Die Marke von 100.000 Kilometern hatte sich der ADFC Oranienburg beim diesjährigen Stadtradeln zum Ziel gesetzt. Zirka 88.000 Kilometer waren es im vorigen Jahr. Als vor einer Woche die offizielle Abschlussfahrt unter Leitung von Sven Dehler vom Stadtplanungsamt stattfand, mochte beim damals aktuellen Stand von gut 96.000 Kilometern noch niemand glauben, dass die angepeilte Marke noch zu knacken sein würde.

Zahlreiche Nachmeldungen

„Es ist mehr als erfreulich, dass das doch noch geklappt hat“ , freut sich nicht nur Sven Dehler. Er sei von einigen Gruppen, die sich regelmäßig zu Touren treffen, angesprochen worden. Die hätten ihre Ergebnisse wegen technischer Probleme nicht auf der Stadtradel-Seite eintragen können. So sei es offenbar auch anderen ergangen. Es wurden glaubhaft also noch zahlreiche Ergebnisse nachgemeldet. Offizieller Meldeschluss ist auch erst der 11. September.
Insgesamt setzten sich beim Oranienburger Stadtradeln dieses Jahr 496 Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer aufs Fahrrad. Das ist genau ein Teilnehmer mehr als 2019. „Die sind offenbar alle richtig gut trainiert. Denn sonst lässt sich das Plus von rund 18.000 mehr gefahrenen Kilometern wohl kaum erklären“, findet Sven Dehler.

Klimaschutz ist auch ein Thema

Neben der eigenen Fitness ist vielen Radfahrenden der Klimaschutz ein besonderes Anliegen. „Unser erfolgreicher Auftritt beim Stadtradeln in den drei Kommunen Oranienburg, Hohen Neuendorf und Birkenwerder ist ein deutliches Signal, wie wichtig den Menschen der Klimaschutz ist“, sagt Nasrin Büttner, Oranienburger Team-Kapitänin und Hauptinitiatorin von Oberhavel4Future.
Allein in Oranienburg radelten die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Oberhavel4Future 11.400 Kilometer und konnten sich damit den Spitzenplatz beim Stadtradeln in der Kreisstadt sichern. Im vorigen Jahr waren sie erstmals dabei und landeten mit 5.710 Kilometern auf Platz fünf. „Das Stadtradeln beweist doch immer wieder, dass Autos auf Wegen in der Innenstadt und auf Kurzstrecken überflüssig sind“, sagt Eva-Maria Göbel, die mit ihrer ganzen Familie mit dabei war.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Gut angekommen ist auch die kleine Abschlusstour, zu der Sven Dehler rund 20 Fahrradbegeisterte begrüßen konnte. Sie bewegten sich über zirka 30 Kilometer nicht nur über schon vorhandene Radwege, sondern konnten sich auch ein Bild von anstehenden Radwegeprojekten machen. Das war als erstes der Haveluferweg als Verlängerung der Havelpromenade, der akuell zwischen Torhorstschule und Dropebrücke ausgebaut wird. Dehler stellte auch den künftigen Kreisverkehr „PiSaLe" vor. Gemeint ist damit der Kreisel im Kreuzungsbereich André-Pican-Straße, Saarland- und Lehnitzstraße. Der Kreisverkehr soll im kommenden Frühjahr gebaut werden und auch die Sicherheit für Radfahrer erhöhen.

Sternfahrt nach Wensickendorf

Noch länger dauern wird es sicherlich, bis auch an der L 21 von Wensickendorf bis Summt und bis Kreuzbruch ein Radweg gebaut wird. Damit das Thema nicht in Vergessenheit gerät, ruft die Bürgerinitiative Radweg L 21 am 19. September zu einer Sternfahrt von Kreuzbruch (Start 13.15 Uhr an der Feuerwache) und von Mühlenbeck (Start um 13.15 Uhr an der Dorfkirche) nach Wensickendorf auf.

Fahrradklima-Test

Wie gut oder wie schlecht die Radverkehrssituation vor Ort ist, können alle Oranienburgerinnen und Oranienburger auch wieder beim ADFC-Fahrradklima-Test, der alle zwei Jahre stattfindet, bewerten. Bis zum 30. November sollten die Fragebögen beim ADFC eingehen. Sie können online unter www.fahrradklima-test.de ausgefüllt werden. Auch in der Stadtverwaltung liegen die Fragebögen aus. Wer sie dort ausfüllt, kann sie im Stadtplanungsamt (Zimmer 2.221) auch persönlich abgeben.

ADFC Fahrradklima-Test


Mit dem Fahrradklima-Test des ADFC können alle Interessierten die Verkehrssituation für Radfahrende in ihrer Stadt oder Gemeinde bewerten. Rund 30 Fragen gilt es dabei zu beantworten. Auf einer sechsstufigen Skala kann angekreuzt werden, wie gut oder schlecht das Fahrradklima ist, wie es um den Stellenwert des Radverkehrs, die Sicherheit beim Radfahren und die Verkehrsinfrastruktur vor Ort bestellt ist.