Stadtwerke Oranienburg: So verändern sich ab 2024 die Preise für Strom und Gas

Der Stecker einer Mehrfachsteckleiste liegt auf Euro-Geldscheinen und Münzen. Private Haushalte, die Kunde bei den Stadtwerken Oranienburg sind, müssen sich ab Januar 2024 an neue Preise gewöhnen.
Jens Büttner/dpaUnter der Überschrift „Strom– und Erdgaspreise werden angepasst“ teilen die Stadtwerke Oranienburg mit, was sich für Kunden ab Januar 2024 verändern wird. Kurzfassung: Beschaffungsvorteile werden weitergegeben, doch die Netzentgelte für Strom steigen deutlich an. Dass sich im Bereich Erdgas für Kunden Einsparungen ergeben, relativiert sich durch zu erwartende Veränderungen der Umsatzsteuer.
In der schriftlichen Mitteilung erinnert Prokurist André Gerisch daran, dass die in der Energiekrise massiv gestiegenen Beschaffungspreise für Strom und Gas in den vergangenen Monaten wieder gesunken sind. „Durch unsere vorausschauende Beschaffungsstrategie konnten wir während der Energiekrise und auch in diesem Jahr vergleichsweise sehr gute Preise anbieten, für die Grundversorgung Strom unter der Preisbremse.“ Auch für die kommenden Jahre würden die Stadtwerke daran arbeiten, die Kunden „zuverlässig zu fairen Preisen“ beliefern zu können.
Netzentgelte für Strom steigen weiter
Gerisch räumt dabei ein, dass die gesunkenen Beschaffungskosten für Strom kaum bei den Kunden ankommen. Als Grund wird genannt, dass die von der Bundesnetzagentur festgelegten Netzentgelte für das Jahr 2024 einen deutlichen Einfluss auf die Strompreise haben. So erhöhen sich die im Arbeitspreis enthaltenen Netzentgelte um rund zwölf Prozent und im jährlichen Grundpreis um zirka 90 Prozent.
Die Stadtwerke Oranienburg rechnen vor: Ab Januar 2024 spart ein durchschnittlicher Haushalt in der Strom–Grundversorgung bei einem jährlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden knapp 24 Euro pro Jahr.
Umsatzsteuer verhindert großartige Einsparungen
Erdgas–Kunden mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden können sich bei der Grundversorgung auf Einsparungen von zirka 312 Euro freuen — allerdings wohl nur theoretisch. Dieser Rechnung liegt eine Umsatzsteuer von sieben Prozent zugrunde. Auf diesen Wert wurde die Umsatzsteuer für Erdgas–Lieferungen ab dem 1. Oktober 2022 gesenkt. „Diese Maßnahme ist gesetzlich bis zum 31. März 2024 vereinbart“, erinnern die Stadtwerke. Aktuell diskutiere die Bundesregierung aber über ein vorzeitiges Anheben (zum 1. Januar 2024) auf die ursprünglichen 19 Prozent.
„Leider werden wir erst kurz vor Weihnachten sicher wissen, wann die Umsatzsteuer für Gas wieder steigt“, so Gerisch. Wünschenswert wäre aus seiner Sicht gewesen, wenn die Bundesregierung früher für Klarheit gesorgt hätte, „damit wir unsere Kundinnen und Kunden frühzeitig informieren können“. Die Gas– und Wärmepreisbremse sollen verlängert werden, weiß Gerisch. Im Gespräch ist der Zeitraum bis März oder April 2024 „Hier fehlt aber noch die Zustimmung der EU.“
Wie stark die Politik die Verbraucher in der Krise preislich entlastet hat, kann der Hennigsdorfer Stadtwerke–Chef Christoph Schneider an einer konkreten Zahl festmachen: „Wir haben sechs Millionen Euro beim Staat beantragt, die wir ohne Wärmepreisbremse von unseren Kunden hätten verlangen müssen.“
So wirken sich die Veränderungen in der Grundversorgung aus
Was bedeuten die Veränderungen für Kunden? Beim Strom sinkt der Arbeitspreis ab 1. Januar 2024 von 39,70 auf 38,10 Cent pro Kilowattstunde (Bruttopreis bei 19 Prozent Umsatzsteuer). Der Grundpreis (inklusive Messstellenbetrieb) steigt von 78,00 auf 109,99 Euro pro Jahr. Ohne Messstellenbetrieb sind künftig 98,45 statt 66,47 Euro fällig.
Die Preisangaben für Erdgas werden von den Stadtwerken noch mit einer Umsatzsteuer in Höhe von sieben Prozent ausgewiesen. Bei einem Verbrauch bis 4000 Kilowattstunden bleibt der Grundpreis bei 112,35 Euro (brutto), der Arbeitspreis sinkt auf 12,04 Cent (bisher 14). Bei einem Verbrauch zwischen 4001 und 50.000 (Grundpreis weiter 133,75) waren bislang 13,15 und nun 11,59 Cent zu zahlen. Wer bis zu 300.000 Kilowattstunden verbraucht, zahlt ab Januar 11,47 Cent (alt: 13,05), alle darüber 11,44 statt 13,05 Cent. Auch in diesen Kategorien bleiben die Grundpreise unverändert bei 144,45 beziehungsweise 155,15 Euro.
Ein Tabelle, wie der Gaspreis bei 19 Prozent Mehrwertsteuer ausfallen wird, legten die Stadtwerke nicht vor. Eine grobe Überschlagsrechnung hat ergeben, dass bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr zirka 100 Euro mehr als in diesem Jahr gezahlt anfallen.



