Die gelockerten Regeln besagen, dass Vorschulkinder ab dem 25. Mai wieder betreut werden und mehr Nachwuchs ab 2. Juni wieder die Tagesstätten besuchen darf. Damit spezielle örtliche Gegebenheiten berücksichtigt werden können, überträgt der Landkreis die finale Verantwortung allerdings an die Städte und Gemeinden. Nur vor Ort könne über die genauen Gruppengrößen oder darüber, ob bestimmte Mädchen und Jungen die Einrichtungen lediglich an bestimmten Tagen besuchen, entschieden werden, erklärte der Landkreis kürzlich in einer Pressemitteilung.
Nach der Ernüchterung ergäben sich für die Mitglieder des Kreis-Kita-Elternbeirates eine ganze Reihe an Fragen: Wo ist und war die Beteiligung des Kita-Elternbeirats? Wann und wie erfolgen die Prüfungen auf weitere Betreuungsmöglichkeiten in anderen Gemeinderäumen? Wann wird eine Erhöhung der Arbeitszeit beim Kita-Personal angestrebt? Wie erfolgt die Vergabe der immer weniger werdenden Betreuungsplätze? Wird hier noch der Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz eingehalten? Weiterhin sei unklar, "warum Kinder wie eine Risikogruppe behandelt werden und nicht, wie die Zukunft unseres Landes?"
Das Kindeswohl stehe bereits seit zehn Wochen nicht mehr im Vordergrund, erläutern die Elternbeiratsmitglieder weiter. Kindertagesstätten seien quasi über Nacht geschlossen worden. Kinder bräuchten sich gegenseitig und lernpädagogische Konzepte der Einrichtungen könnten Eltern nicht stemmen. Im Gegensatz zur Schule erhielten Eltern hier nicht einmal einen Lehrplan oder Aufgaben zur Orientierung. Die Kinder würden damit seit zehn Wochen nicht mehr erreicht. Einsamkeit und Selbstbeschäftigung seien die Folgen, während die oftmals erschöpften Eltern parallel arbeiteten, dienten nicht dem Wohlergehen der Kinder.
Insgesamt seien Kinder und Eltern die Verlierer 2020. Das was im Landkreis Oberhavel praktiziert werde, sei nicht im Sinne der Lockerung des Landes Brandenburg, stellen die Kreis-Kita-Elternmitglieder abschließend fest: "Wir, als Kreis Kita-Elternbeirat Oberhavel, stehen bei der Erarbeitung von Konzepten gern unterstützend zur Seite und fordern die Vertreter des Landkreises auf, uns zu beteiligen. Diese Krise müssen und wollen wir gemeinsam bewältigen."