Terror in Israel
: Oranienburg hisst Flagge vor Schloss – wie geht es der Partnerstadt?

Raketenangriffe der Hamas und Terroraktionen auf Israel forderten bislang hunderte Tote. Die Partnerstadt von Oranienburg liegt in Israel. Der Bürgermeister hat dort nachgefragt, wie die Lage ist.
Von
Marco Winkler
Oranienburg
Jetzt in der App anhören

Vor dem Schloss Oranienburg hängt die israelische Flagge. Die Stadt hat eine Partnerstadt in Israel und drückt ihre Solidarität aus.

Stadt Oranienburg

Ein großangelegter Überraschungsangriff der islamistischen Hamas, Tausenden Raketen, Hunderte von Toten, Kämpfe in vielen Landesteilen: Minütlich gibt es neue Nachrichten aus Israel. Oranienburg hat seit 2021 eine Partnerstadt in dem Staat im Nahen Osten. Der Bürgermeister hat nachgefragt, wie dort die Situation ist.

Seit Montag (9. Oktober) weht vor dem Schloss eine Flagge. „Angesichts des terroristischen Angriffs der Hamas auf die israelische Bevölkerung am vergangenen Sonnabend hat Oranienburg die israelische Flagge vor dem Schloss gehisst“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Partnerschaft zwischen Israel und Oranienburg

Kfar Jona ist eine aufstrebende Stadt im Zentralbezirk Israels mit rund 25.000 Einwohnern. Die Stadt liegt zwischen Tel Aviv und Haifa westlich der Küstenstadt Netanja. 2021 haben die Bürgermeisterin aus Kfar Jona, Schoschi Kachlon-Kidor, und Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) im Beisein zahlreicher Stadtverordneter den Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Städten unterzeichnet. Basis der Beziehungen ist eine Schulpartnerschaft des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums mit einer Schule in Kfar Jona.

In Oranienburg herrscht angesichts der Nachrichtenlage Bestürzung und Sorge um die Menschen in der Partnerstadt. „Wir haben am Wochenende umgehend Kontakt zu unseren Freunden in Kfar Jona aufgenommen“, teilen Bürgermeister Laesicke und der Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann (SPD) in einer Pressemitteilung mit. „Auch wenn direkt in unserer Partnerstadt keine Opfer zu beklagen sind, herrscht dort große Betroffenheit und Angst angesichts der massiven Angriffe mit hunderten Toten und Verletzten, mit Raketeneinschlägen und Geiselnahmen im ganzen Land.“

Für Laesicke und Blettermann sei es „selbstverständlich, dass wir solidarisch an der Seite unserer israelischen Partner stehen und dies auch klar nach außen zum Ausdruck bringen“, ließen sie in einem gemeinsamen Statement verlauten.

In der Stadtverordnetenversammlung Montagabend (9. Oktober) legten die Stadtverordneten eine Schweigeminute ein. Blettermann war vor Kurzem selbst in Israel. „Deswegen schmerzt und berührt mich diese Entwicklung sehr“, sagte er. Ralph Bujok (Die Linke) sagte, er habe aller Opfer gedacht. „Auf beiden Seiten sind unschuldige Menschen gestorben.“ Auch die Reaktion Israels habe Opfer hervorgebracht.

Auftakt der Israelwoche in Oranienburg

Oranienburg war am Montag auch Veranstaltungsort der Israelwoche der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg. Neben Schülerinnen und Schülern aus Oranienburg und Anwärterinnen und Anwärtern der Polizeihochschule haben auch Auszubildende der Stadtverwaltung am Israeltag im Oranienwerk teilgenommen. Anan Zen, Gesandter Botschaftsrat der Israelischen Botschaft, hatte die Teilnahme kurzfristig abgesagt.