Hund oder Katze, Hamster oder Schildkröte – viele Kinder wünschen sich zu Weihnachten ein Haustier. Das will gut überlegt sein. Meist geht es aber nach hinten los und die Tiere landen einige Wochen später im Tierheim. Doch es gibt durchaus eine Alternative. Der Germendorfer Tierpark hat etwas im Angebot, wie dessen Chef, Konstantin Ruske, sagt: Tierpatenschaften.
Rund 600 Tiere leben auf dem Gelände des Germendorfer Tier- und Freizeitpark, angefangen bei der Maus über eine üppige Vogelschar bis hin zu Waschbär, Fuchs, Puma, Antilope und Zebra. Die Auswahl für Patenschaften ist also recht groß. Von Vorteil ist das, da sich niemand Gedanken machen muss, wenn das Interesse am Tier nachlassen sollte. Es ist versorgt – zumindest für ein Jahr. Denn die Patenschaft muss nicht extra gekündigt werden, sie läuft einfach aus. Sie kann bei Interesse verlängert werden.

Paten bekommen Tafel

Die Idee, die dahintersteckt, ist einfach: Für einen bestimmten Betrag kann eine Tierpatenschaft übernommen werden. Vermittler ist der Förderverein des Tierparks. An ihn gehen die Zahlungen, er bestätigt die Patenschaft mit einer Urkunde und einem Schild, das entweder am Gehege oder an einer Informationstafel im Park angebracht wird. An den Förderverein geht das Geld, der es an den Tierpark weiterreicht.
Tierpark-Chef Konstantin Ruske mit den Plaketten für die Tierpartenschaften für die Erdmännchen. Sie sind mehr als begehrt.
Tierpark-Chef Konstantin Ruske mit den Plaketten für die Tierpartenschaften für die Erdmännchen. Sie sind mehr als begehrt.
© Foto: Volkmar Ernst
Verwendet wird das Geld für Futter, Tierarztrechnungen oder Baumaterialien für die Gehege. Schon mit 20 Euro pro Jahr kann die Patenschaft für eine Maus übernommen werden. Gleich hinter dem großen Eingangstor zum Tierpark befindet sich die sogenannte Mäusebude, in der auf mehreren Ebenen die kleinen Nager untergebracht sind.
Da die jeweils eigene Maus herauszufinden, das ist unmöglich. Dann müssten die Mäuse markiert werden, das geht allerdings nicht. Insofern erwirbt der Pate nicht das Betreuungsrecht für ein bestimmtes Tier, sondern generell nur für ein Tier. Von Vorteil für den Paten ist, er kann sich am großen Schaufenster aussuchen, welches Tier ihm am besten gefällt und es als seines auswählen.
Ein Schwarzrückenaguti lebt eigentlich südlich des Amazonas. Die Tiere fressen Wurzeln, Knollen, Früchte und Samen und Nüsse.
Ein Schwarzrückenaguti lebt eigentlich südlich des Amazonas. Die Tiere fressen Wurzeln, Knollen, Früchte und Samen und Nüsse.
© Foto: Förderverein Tierpark
Das ist auch bei Känguru, Zebra oder Mufflon nicht anders. „Der Pate erwirbt kein Eigentumsrecht an einem Tier“, erklärt Ruske. Er könne auch nicht mitbestimmen, wenn beispielsweise Tiere an andere Parks abgegeben oder mit ihnen getauscht werden, um die Blutlinien zu erneuern. „Das könnten wir gar nicht handhaben.“ Dennoch, so sein Hinweis, sei das kein Problem. „Die Paten finden beim Blick in das Gehege schon ihr Tier. Es ist das, welches ihnen am besten gefällt.“

Patenschaften kosten von 20 bis 200 Euro

100 Euro kostet die Patenschaft für ein Känguru und ein Mufflon, 200 Euro für das Zebra. Ganz klar, eine Maus verbraucht viel weniger Futter als ein Känguru oder Zebra und auch die Gehege sind unterschiedlich groß. Besonders begehrt sind übrigens Patenschaften für die Erdmännchen, dann folgen Känguru, Waschbären, Nasenbären und Harry Potter sei es gedankt, Eulen und Uhus. „Aber das sind auch wirklich stolze und erhabenen Tiere. Außerdem sitzen sie still und lassen sich gern betrachten, das mögen die Besucher“, erklärt Ruske weiter.
Weniger nachgefragt sind dagegen die Kugelgürteltiere und die Quastenstachler. „Sie mögen vielleicht nicht so kuschlig aussehen, aber es sind sehr interessante Geschöpfe“, verrät der Tierpark-Chef. Paten können Einzelpersonen, Familien und Firmen werden.
Auch für diesen Neuzugang im Germendorfer Tierpark, ein Stachelschwanzskink, wird ein Pate gesucht.
Auch für diesen Neuzugang im Germendorfer Tierpark, ein Stachelschwanzskink, wird ein Pate gesucht.
© Foto: Volkmar Ernst
Um die Akzeptanz für die Patenschaften zu erhöhen zu bieten, wird es ab dem kommenden Jahr etwas Besonderes geben: einen Patentag am 24. April. Dann haben die Paten nicht nur freien Eintritt in den Tierpark. Es wird auch Sonderführungen im kleinen Rahmen geben und soweit möglich, können die Paten ihre Schützlinge auch anfassen oder streicheln.

Einmal im Gehege mitarbeiten

Ein anderes Angebot ist, im Park auch mal aushelfen zu können. „Natürlich darf niemand ohne Aufsicht in das Pumagehege oder ein anderes Gehege mit gefährlichen Tieren“, erklärt Ruske. „Aber wir wollen die Tiere nicht einfach so auf dem märkischen Sandboden zeigen. Sie sollen in ihrer vertrauten Umgebung leben.“
Deshalb soll das Pumagehege, da die Tiere eigentlich in Kanada beheimatet sind, auch mit Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen bestückt werden, die typisch für Kanada sind, beispielsweise Roteichen, Heidekraut oder Sonnenhut. „Wir wollen die Leute einladen, dann selbst beim Pflanzen Hand anzulegen oder zu helfen, einen Kletterbaum aufzustellen. Ich kann mir vorstellen, dass die Paten Spaß haben, da mitzumachen.“ Außerdem könnten sie bei einem Spaziergang durch den Park ihren Freunden zeigen, wo sie gearbeitet haben und wie nah sie den Tieren waren.
Aktuell gibt es 186 Tierpatenschaften, von denen gut 50 bis 60 regelmäßig verlängert werden. Für den Tierpark sind das rund 12.000 Euro an zusätzliche Einnahmen, die für die Versorgung und den weiteren Ausbau des Parks verwendet werden können. Ganz neu im Park beziehungsweise noch in der Quarantäne sind drei Stachelschwanzskinks, die aus dem Zoo Münster stammen und für die gerade im Südamerikahaus eine Unterkunft gebaut wird.
Auch für sie werden noch Paten gesucht. „Für uns sind die Patenschaften eine gute Sache, noch besser ist, dass auf diese Weise eine Verbundenheit mit dem Park hergestellt wird“, sagt Ruske. Er freut sich über den Zuspruch. Die meisten Paten kommen aus Oranienburg und Umgebung, doch auch aus Berlin, Neuruppin und sogar Prenzlau sind einige dabei.

Öffnungszeiten zu Weihnachten und Silvester

In diesem Jahr haben bislang schon rund 450.000 Gäste den Tierpark besucht. „Ein kleiner Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Aber das war klar“, so Ruske. „Wegen der Corona-Pandemie konnten die Leute nicht reisen, auch waren Museen und andere Ausflugsorte geschlossen. Da waren die Parks die einzige Alternative zur Wohnung. Das hat sich wieder geändert.“
An Heiligabend und Silvester ist der Germendorfer Tierpark jeweils nur von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Alle anderen Tage können Besucher von 9 bis 16 Uhr kommen. Geöffnet ist übrigens auch die Indoorspielhalle für Kinder. Mehr Informationen zu den Patenschaften und zum Förderverein gibt es unter: www.freizeitpark-germendorf.de
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