Tierwohl
: Wildtierretter ziehen süßes Dachsbaby groß

In zwei Wochen konnte Dax Jones sein Gewicht verdoppeln.
Von
Marco Winkler
Wensickendorf
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  • Erst gute drei Wochen ist Dax Jones alt.

    Erst gute drei Wochen ist Dax Jones alt.

    Marco Winkler
  • Dem Dachs es offenbar ziemlich gut auf dem Gnadenhof.

    Dem Dachs es offenbar ziemlich gut auf dem Gnadenhof.

    Wildtierrettung
  • Dax Jones wird per Hand aufgezogen und konnte in zwei Wochen sein Gewicht verdoppeln.

    Dax Jones wird per Hand aufgezogen und konnte in zwei Wochen sein Gewicht verdoppeln.

    Wildtierrettung
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Ein befreundeter Jäger habe das Tier auf seinem üblichen Kontrollgang in Rangsdorf gefunden, erzählt Steven Giese vom Verein „Gnadenhof & Wildtierrettung Nottierrettung“. Das wenige Tage alte Junge habe auf einem Waldweg gelegen. „Das ist unüblich, die Tiere kommen sonst aus ihrem Bau nicht heraus.“ Seit zwei Wochen ist Dax Jones in Wensickendorf. Die Aufzucht sei nicht einfach. Aber die Wildtierretter sind erfahren. Vor zwei, drei Jahren haben sie gleich fünf Dachse per Hand aufgezogen. Damals wurde bei einem Berliner Hausabriss der Dachsbau zerstört. „Die Tiere sind mittlerweile im Wildtierpark Hamburg. Aussetzen kann man Dachse nach der Aufzucht nicht mehr, sie gewöhnen sich zu sehr an den Menschen.“

Wählerisches Jungtier

Wie alle Dachsbabys ist Dax Jones wählerisch, was seine Milchzufuhr angeht. „Die Zusammensetzung und Temperatur müssen ganz genau stimmen.“ Sonst verschmäht er die Milch. „Er ist unser verzogenes Einzelkind“, scherzt Steven Giese. Mittlerweile wiegt Dax 780 Gramm. Das Gewicht habe sich in zwei Wochen verdoppelt. Ein Erfolg. „Bis zur siebten Woche bekommt er die Flasche, dann dürfte er aus dem Gröbsten raus sein.“

Danach muss er sich an Milch in einem Schälchen gewöhnen, bevor er als Welpe eine Schüssel Muttererde samt Maden, Würmern und Wurzeln erkunden darf. Ein Waldboden im Gefäß. „Den müssen wir jeden Tag frisch zubereiten“, so Steven Giese über die schon angesprochene aufwendige Aufzucht. Den Kontakt zu anderen Menschen hält er gering. Die Jungtiere sind anfällig für Krankheiten.

Mit einem halben Jahr, wenn Dax Jones „futterfest“ ist, könnte er abgegeben werden, eventuell wieder an einen Wildtierpark. Schon früher ausgesetzt wird der wenige Tage alte Feldhase, den Steven Giese und das Team der Wildtierretter gerade aufziehen. Das Jahr ist erfolgreich. Kürzlich holten sie einen Waschbären vom Baum, zwei Schwäne wurden gerettet. „Wir sind trotz Coronavirus noch unterwegs, versuchen den Kontakt zu den Findern aber so gering wie möglich zu halten.“

Die von der Kreisbaubehörde verfügte Schließung des Gnadenhofs ist noch nicht vom Tisch, werde aber bis zur Entscheidung immer wieder unkompliziert und kulant aufgeschoben, so Steven Giese.

Voranmeldung für Besucher erwünscht

Bis vorerst 20. April gelten wegen des Coronavirus Besuchsregeln für den Gnadenhof. Eine telefonische Voranmeldung ist erwünscht. "Die Sicherheit geht vor. Wenn wir ausfallen, fällt die Wildtierrettung in Oberhavel aus", so Steven Giese. Spenden können in einen Paketkasten vor dem Haus abgelegt werden. Wenn einmal kein Mitarbeiter des Gnadenhofs persönlich danke sagt, sei das keiner Unhöflichkeit geschuldet, sondern schlichtweg eine Vorsichtsmaßnahme. Nachgefragt sind besonders Frischfutter wie Salat, Gurken, Äpfel und Möhren, aber auch ausrangierte Handtücher.