Tonne soll kommen: Landkreis schafft den Gelben Sack ab

Seine Tage sind gezählt: Der Gelbe Sack soll schon im kommenden Jahr aus Oberhavel verschwinden.
MOZ/Burkhard KeeveDie prall gefüllten gelben Säcke, die am Straßenrand liegen, gehören seit Jahrzehnten zum Bild in jeder Stadt und Kommune des Landkreises. Ab 2020 ist voraussichtlich damit Schluss. Das geht aus einer Beschlussvorlage des Landkreises hervor, über die im März–Kreistag abgestimmt wird.
Anlass der Umstellung von gelbem Sack auf gelbe Tonne ist das Verpackungsgesetz, das die bislang geltende Verpackungsverordnung in diesem Jahr abgelöst hat. Ab 2020 ist vorgesehen, die Verpackungsreste aus Kunststoffen, Verbundstoffen, Aluminium oder Weißblech in 240–Liter–Tonnen zu sammeln. Kosten entstünden weder dem Landkreis, noch den Oberhavelern, die „mit dem Kauf von Produkten die Entsorgungskosten der Verpackungen über das Lizenzentgelt bereits bezahlt haben“, wird in der Beschlussvorlage erläutert. Das heißt: Bei jedem frisch gekauften Joghurtbecher ist dessen Beseitigung bereits mit eingepreist.
Die gelbe Tonne selbst soll durch die AWU ebenfalls kostenlos an die Haushalte verteilt werden. In größeren Wohnanlagen kommen heute schon gelbe Container (1,1 Kubikmeter) zum Einsatz. Daran wird auch ab 2020 festgehalten. Am gelben Sack soll nur in Ausnahmefällen festgehalten werden können – wenn zum Beispiel das Gebiet ungenügend für den Verkehr erschlossen ist. Vermieden werden soll aber ein Mischsystem aus Sack– und Behältersammlung.
Kommt die gelbe Tonne, ist die Zeit der durch Waschbären, Krähen und Ratten aufgerissenen Säcke vorbei. Derartige Verunreinigungen werden vermieden. Auch das Straßenbild wird nicht mehr durch die Ansammlung gelber Säcke verschandelt und niemand muss sich mehr die Plastiksäcke an den Ausgabestellen besorgen. Außerdem ist eine gezielte Kontrolle möglich, weil die gelbe Tonne eine Behälternummer erhält. Damit können „Fehlbefüllungen“ dem jeweiligen Grundstück zugeordnet werden.
Doch eine gelbe Tonne hat auch Nachteile. Das wird in der Beschlussvorlage nicht verschwiegen. Neben dem blauen Behälter für Altpapier, dem schwarzen für Hausmüll steigt der Platzbedarf auf den Grundstücken, wenn eine dritte (gelbe) Tonne dazukommt. Außerdem steige das Risiko, dass Hausmüll illegal in der kostenfreien gelben Tonne landet, auch wenn es eine zurückverfolgbare Behälternummer gibt. Bei den durchsichtigen gelben Säcken lässt sich eine fehlerhafte Befüllung hingegen leicht erkennen.
Jetzt geht die Beschlussvorlage in die Ausschüsse. Am 16. März tagt der Kreistag dazu.
