Trockenheit: Wälder und Felder leiden unter langer Dürre

Landwirt Nils Fischer aus Neuholland bezeichnet die Lage schon jetzt als verheerend.
Volkmar ErnstWeil auch das Grünland nicht wächst, müssten seine Kälber im Stall bleiben, sagt Fischer. Viele Landwirte müssten zufüttern, dabei seien deren Reserven häufig aufgebraucht — beim Futter und auch finanziell. Etliche Berufskollegen hätten nach dem schwierigen Vorjahr mit langanhaltender Trockenheit bereits Anbauflächen und Personal reduziert oder Kredite aufgenommen. „Viele Betriebe halten ein zweites Trockenjahr nicht durch“, sagte Fischer.
Am Montag und Dienstag kam ein weiteres Problem zur Trockenheit hinzu: Starker Wind sorgte für Bodenerosion. Der Staub ist nicht nur ärgerlich, sondern sogar gefährlich, wenn er auf Straßen trifft. Durch den Abtrag werde die Bodenstruktur geschädigt, sagte Fischer. Betroffen seien vor allem Mais– und Kartoffelflächen. Die Saat brauche wiederum Wasser, um aufzugehen.
Auch den Forstbetrieben bereitet die langanhaltende Trockenperiode nach dem bereits sehr trockenen Vorjahr große Sorgen. „Für die Bäume bedeutet das Stress“, sagt Oberförster Frank–Michael Hintze. Die Wurzeln älterer Bäume könnten dem sinkenden Grundwasserpegel nicht mehr folgen, junge Bäume würden nicht heranreichen. Da die kleinen Eichen, Buchen, Kiefern und Douglasien, die in den vergangenen Wochen gepflanzt wurden, nicht gegossen werden können, sei unklar, ob sie überhaupt anwachsen. Zudem steige die Gefahr von Waldbränden. Am Montag brannten bei Nassenheide zweieinhalb Hektar Wald.