Die Horrornachricht kam vor wenigen Tagen: Michael Wagmüller hat Blutkrebs. Diese Diagnose hatte es beim Zehlendorfer schon einmal gegeben. Das ist sieben Jahre her.
„Seitdem hat er das Leben wieder genossen. Wir glaubten, diese Krankheit besiegt zu haben. Es ist ein Schock“, sagt Karin Wagmüller.
Die Frau des 63-Jährigen startete in dieser Woche erste Aktionen, um auf das Schicksal ihres Gatten aufmerksam zu machen. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von ihren Kindern.
In den sozialen Medien und mit Flyern bittet die Familie unter dem Motto „Hilf unserem Papa!“ um Unterstützung. „Eine Stammzellspende ist seine einzige Überlebenschance!“

Der Krebs schien besiegt

Der Kampf beginnt damit von vorn. 2013 hatte Wagmüller zum ersten Mal die Diagnose Blutkrebs bekommen. Ein Jahr später war die Chemotherapie beendet. „Mein Mann hat sich gut erholt. Wir waren mit den Kindern im Urlaub und haben das Leben wieder genossen. Dabei hatten wir die Erkrankung aber immer im Hinterkopf.“
Im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen stellte sich nun heraus, dass sich das Blutbild negativ verändert hat. Das Martyrium beginnt damit von vorn. „Wir haben gleich an die psychische Belastung gedacht, an diese Angst, was nun passiert. Es ist eigentlich schlimmer als beim ersten Mal“, berichtet Karin Wagmüller. Schließlich wisse jedes Familienmitglied, welche Prüfungen in den kommenden Wochen und Monaten warten. „Klar fragen wir uns, ob es wie beim letzten Mal oder vielleicht sogar schlimmer wird. Damals blieb es bei der Chemotherapie, nun kommt die Stammzelltransplantation dazu.“

Wo ist der passende Spender?

Bevor es zum Eingriff kommt, muss sich ein passender Stammstellspender finden. Der Aufruf der Familie: „Wir brauchen Dich dazu. Registriere dich, teile den Aufruf und/oder spende etwas Geld, damit unser Papa Micha und viele andere Menschen ihre Chance auf ein Leben bekommen. Vielleicht bist du sein vierblättriges Kleeblatt!?“
Dass sie bei der Suche nach einem Spender nicht nur an ihren Mann denkt, ist für Karin Wagmüller selbstverständlich. „Es sind so viele, die dringend Hilfe benötigen.“ Alle 15 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. „Es gibt so viele junge Menschen, deren Leben beendet ist, wenn sich kein Spender findet. Diese Vorstellung ist emotional aufwühlend und unfassbar traurig.“

Der Wunsch der Familie

Die Zehlendorferin wirkt stark, kämpferisch und strukturiert – räumt aber ein, dass es eine mental anspruchsvolle Zeit sei. „Für uns alle ist es schwer. Und natürlich gerade für meinen Mann. Er weiß diesmal, was auf ihn zukommt und wie er körperlich abgebaut hat. Und natürlich haben auch wir Angst.“
Der Wunsch der Zehlendorfer Familie: „Unser Sohn macht im kommenden Jahr Abitur. Wir hoffen, dass unser Papa das miterleben kann. Darum geht es.“

Ínformationen zur Registrierung


Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs.

Die einzige Chance auf Heilung ist eine Stammzellspende ist. Jeder zehnte Patient findet keinen Spender.

Die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) will für Blutkrebspatienten einen passenden Spender finden oder den Zugang zu Therapien ermöglichen.

Jeder gesunde Mensch, der zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann Stammzellspender werden.

In Corona-Zeiten wurde die Möglichkeit einer Online-Registrierung geschaffen. Das Verfahren wird unter www.dkms.de beschrieben.