Unregelmäßigkeiten
: Auch die Oranienburg Holding beauftragt eine Untersuchung

Geschäftsführer Alireza Assadi zeigt sich selbstkritisch und räumt Fehler ein.
Von
Klaus Grote
Oranienburg
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Holding-Geschäftsführer Alireza Assadi zeigte sich im Finanzausschuss selbstkritisch. Am Dienstag nimmt der Untersuchungsausschuss zur Holding seine Arbeit auf.

Klaus D. Grote

„Ich übernehme Verantwortung, auch für Dinge, die schief gehen.“ Er brauche die Klarstellung also auch für sich. Die Überprüfung sei daher intern und nicht öffentlich. Die Untersuchung stehe nicht in Konkurrenz zu anderen Untersuchungen.

Am Dienstag kommt erstmals der Holding–Untersuchungsausschuss zusammen. Darüber hinaus sollen bestimmte Vorgänge von einer Kanzlei untersucht werden. Die Aufträge bestimmt der Ausschuss. Außerdem will auch der Aufsichtsrat eine Untersuchung beauftragen. Dazu gebe es aus politischer Sicht Bedenken, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Ralph Bujok (Linke). „Wir Mitglieder sind befangen, daran mitzuwirken.“ Es werde auch eine Konkurrenz zur Arbeit des Untersuchungsausschusses befürchtet. Um dem entgegenzuwirken, werde der stellvertretende Vorsitzende des Holding–Untersuchungsausschusses, Thomas Ney (Piraten), die Untersuchung des Aufsichtsrats begleiten. Bujok sagte, die Stadtverordnetenversammlung müsse sich zu dieser Art „Innenrevision“ bekennen. Es dürfe nicht der Anschein erweckt werden, dass ein „Gegengutachten“ erstellt werde.

Assadi räumt Fehler ein

Auslöser für die Untersuchungen waren die nach der gescheiterten Absetzung des Woba–Geschäftsführers in verschiedenen Briefen erhobenen Vorwürfe zum Handeln der Holding. Geschäftsführer Assadi räumte Fehler ein: "Selbstverständlich habe ich persönlich Fehler gemacht, haben wir im Führungsteam Fehler gemacht.“ Er würde aus Fehlern und Rückschlägen lernen, auch aus den Vorgängen im April. Damals sollte mit einem Beschluss in einer nicht-öffentlichen Stadtverordnetenversammlung der Woba–Chef entlassen werden. Nun wolle er zur Klarheit beitragen. „Natürlich wollen wir aufklären“, sagte Assadi. Er sei überzeugt, „dass wir das alles schaffen, eine Menge lernen und für die Zukunft stärker werden“.

Zuvor hatte sich Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann (SPD) über mangelnde Selbstkritik der Holdíng beklagt. Vieles, was bekannt geworden ist, sei unappetitlich. „Und ich befürchte, dass wir im Untersuchungsausschuss noch mehr hochwühlen werden“, sagt er.