Der Rechnungsprüfungsausschuss veranlasste jedoch bereits am 12. März 2019 eine Untersuchung. Die Stadt beauftragte daraufhin eine Überprüfung der Auftragsvergabe zur Vorbereitung der Holding, mit die Firma Spics Group GmbH und die Berliner Luther Rechtsanwalts GmbH beauftragt wurden. Spics ist eine Firma von Stadtwerke-Geschäftsführer Alireza Assadi, der dann auch zum Geschäftsführer der Holding benannt wurde.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Neuruppin zu dieser Auftragsvergabe wurden zwar im April 2019 eingestellt, doch kommt das beauftragte Rechnungsprüfungsamt des Landkreises zu zahlreichen Beanstandungen. Der Bericht liegt der Redaktion in Teilen vor.
Die 2016 von den Stadtverordneten beschlossene Vorbereitung wurde wegen Änderungswünschen zunächst ziemlich teuer. Statt ursprünglich geplanter Kosten in Höhe von 52 000 Euro, mussten am Ende Rechnungen von Spics und Luther in Höhe von 769 948,26 Euro beglichen werden. Doch die Vergabe hätte ausgeschrieben beziehungsweise hätten mindestens drei Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert werden müssen.  Zuvor hätte die Leistung eindeutig beschrieben werden müssen, heißt es im Prüfbericht. Auch das Fehlen eines transparentes Vergabeverfahrens wird bemängelt.
Beanstandet wird zudem, dass einige der in Rechnung gestellten Leistungen nicht nachvollziehbar oder belegbar seien. In der vom Kreis angeforderten Stellungnahme der Stadt erklärt Finanzdezernent Christoph Schmidt-Jansa, dass die abgerufenen freiberuflichen Leistungen "in der Regel geistig-schöpferische Leistungen" seien, die vom Leistungsgeber "nicht eindeutig und erschöpfend beschrieben werden können".  Das heißt, anders als bei Stunden- und Materiallohn in einer Handwerkerrechnung, können für geistige Leistungen beliebig hohe Summen festgesetzt werden. Für solche Leistungen gelte auch nicht das öffentliche Vergaberecht sowie ein höherer Schwellenwert zur Ausschreibung, so Schmidt-Jansa. Dies betreffe auch die "sozialen und anderen besonderen Dienstleistungen" der Luther-Anwälte.
Der Finanzdezernent, der während der Auftragsvergabe noch nicht im Amt war, sieht in dem Verfahren auch keinen Wettbewerbsverstoß. Zudem seien die Haushaltsgrundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit gewahrt geblieben. "Ich pflichte Ihnen aber bei, dass eine Kostenschätzung in diesem Vergabeverfahren insgesamt fehlt", antwortet Schmidt-Jansa dem Rechnungsprüfungsamt. Die Vergabe sei "nicht in allen Punkten den derzeit gültigen Rechtsvorschriften" gerecht geworden. Der Kämmerer sagte daher eine "Prozessoptimierung" zu.