Unter dem Motto „Platz da für die nächste Generation“ fand zum Weltkindertag am 20. September im Hermsdorfer Waldseeviertel vor Glienicke auch eine Fahrradkundgebung („Kidical-Mass-Demonstration“) statt. Etwa 80 Kinder und Erwachsene forderten nach Angaben Professor Michael Ortmann, Sprecher der Bürgerinitiative für mehr Verkehrsberuhigung zwischen Glienicke und Hermsdorf, mehr Verkehrssicherheit für Kinder in ihrem Kiez.
„Verkehrsunfälle sind die häufigste Todesursache für Kinder. Gerade in unserem Wohnviertel ist der Durchgangsverkehr besonders stark. Außerdem wird hier viel zu schnell gefahren“, erklärte Initiator Ortmann.

Umstrittene Modalfilter als Aufhänger für die Demo

Zum Hintergrund der Aktion: Die Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf hatte am 13. Mai ohne Gegenstimmen beschlossen, umgehend Modalfilter im Waldseeviertel zu erproben, die den motorisierten Durchgangsverkehr zwischen Berlin und Glienicke verhindern sollen. Die Alte Schildower Straße und die Elsestraße sollen an der Landesgrenze gesperrt werden. Dagegen gibt es im Glienicker Rathaus und in der Lokalpolitik Widerstand. Glienicke droht mit einer Klage gegen die Maßnahme. Allerdings haben die umstrittenen Modalfilter auch in Glienicke Befürworter.
Zum Abschluss der Familienfahrraddemo bemalten Kinder die Straße am Waldsee mit Kreide.

Gegner der Modalfilter für Radverkehrsnetz

Die Bürgerinitiative „Offene Nachbarschaft“, die gegen die geplanten Straßensperrungen kämpft, begrüßt die Forderung des ADFC nach einem gut ausgearbeiteten, sicheren und komfortablen Radverkehrsnetz. „Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Sperrung der Verbindungsstraßen zwischen Hermsdorf und Glienicke aber nicht erforderlich“, teilte Sprecher Dr. Helmut Bodensiek mit.