Verkehr: Kreuzallee bleibt gefährliches Pflaster

Gefährliche Seitenstreifen: Anwohnerin Ursula Weidemann zeigt auf einige Löcher – es sind noch nicht mal die größten und tiefsten – neben der Fahrbahn der Friedrichsthaler Kreuzallee. Ihr Antrag auf Tempo 30 wurde vom Straßenverkehrsamt zurückgewiesen.
Friedhelm Brennecke„Hier wird wirklich oft gerast“, sagt Ursula Weidemann, die seit zwei Jahren in dem Haus direkt an der Kreuzallee wohnt, das einst ihre Großeltern gebaut haben. Von der Veranda aus hat die frühere Krankenschwester einen optimalen Blick in eine Kurve, die die Kreuzallee an der Stelle macht. „Da kommt es öfters zu Vollbremsungen, weil viele Kraftfahrer hier zu schnell unterwegs sind und erst sehr spät bemerken, dass ihnen ein Fahrzeug entgegenkommt“, sagt sie.
Für Fußgänger und Radfahrer ist die schmale Kreuzallee ein gefährliches Pflaster, weiß Ursula Weidemann, die sich vor Ort engagieren will und als Parteilose für die Bündnisgrünen für den Friedrichtsthaler Ortsbeirat kandidiert. Die Bankette werden zwar von der Stadt immer mal wieder befestigt. Allerdings hält das aufgebrachte Material meist nur für kurze Zeit, sodass neben der Fahrbahn ganz schnell wieder erhebliche Löcher und Vertiefungen entstehen.
„Auf diese gefährlichen Randstreifen müssen Radfahrer und Fußgänger ausweichen“, beklagt Ursula Weidemann. „Tempo 30 wäre dann immerhin eine Möglichkeit, für mehr Sicherheit auf der Kreuzallee zu sorgen“, sagt sie. „Deshalb habe ich mit einem weiteren Anlieger beim Straßenverkehrsamt Oberhavel eine Geschwindigkeitsbegrenzung beantragt“, sagt Ursula Weidemann. Vergeblich. Die Behörde hat ihren Antrag vorige Woche nach Inaugenscheinnahme vor Ort aus sachlichen und rechtlichen Gründen zurückgewiesen
Die Straßenverkehrsbehörde Oberhavel spricht zwar auch von Schäden an und neben der Fahrbahn, geht aber davon aus, dass Radfahrer wegen des „Straßenzustandes mittig der rechten Fahrspur“ unterwegs sind. „Hier gibt es doch gar keine Einteilung in rechte oder linke Fahrspuren“, wundert sich Ursula Weidemann über diese Aussage. Ältere Radler und Kinder würden sich zumeist gar nicht auf die Fahrbahn trauen, sondern müssten ihren Weg durch die Löcher neben der Fahrbahn nehmen, beobachtet die Anwohnerin täglich. Der Hinweis der Behörde, dass polizeilich in den vergangenen drei Jahren kein Verkehrsunfall registriert worden sei, empfindet Ursula Weidemann in diesem Zusammenhang als zynisch. „Muss denn hier erst jemand zu Tode kommen, bevor gehandelt wird“?, fragt sie sich.
Ortsvorsteher Jens Pamperin (CDU) ist der Zustand der Kreuzallee, über die er selber täglich mehrmals fahre, sehr gut bekannt. „Tempo 30 werden wir hier sicher nie bekommen“, sagt Pamperin und verweist auf zahlreiche vergebliche Versuche, eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung für die Kreuzallee zu erreichen.
Der Ortsvorsteher hat aber auch festgestellt, dass die Löcher neben der Fahrbahn wieder eine erschreckende Größe erreicht haben. „Die letzte Sanierungsmaßnahme der Stadt war offenbar nicht besonders erfolgreich“, räumt Ortsvorsteher Pamperin ein und hofft, dass die Stadt möglichst schnell wieder aktiv wird, um die gröbsten Schäden zu beseitigen und damit wieder mehr Sicherheit auf der Kreuzallee zu erzielen.
Eike–Kristin Fehlauer aus der Oranienburger Stadtpressestelle teilt dazu auf Anfrage mit: „Die Kreuzallee steht jedes Jahr auf der Instandsetzungsliste des Tiefbauamtes, so auch in diesem Jahr. Im Moment ist es aber für eine erneute Befestigung noch zu früh, weil es noch zu kalt ist. Das Material würde schlicht nicht halten. In Kürze findet aber schon mal ein Vor–Ort–Termin gemeinsam mit dem Landkreis statt“, versichert sie.