Auch in Birkenwerder war die Resonanz auf die Bürgerwerkstatt zum interkommunalen Verkehrskonzept sowie zum Lärmaktionsplan dürftig. Lediglich 17 Teilnehmer, darunter drei Gemeindevertreter, kamen am Montagabend in die Aula der Grundschule, um Ideen für eine bessere und umweltschonende Mobilität zu diskutieren. Die Bürgerwerkstatt vom Mühlenbecker Land Anfang September war von 20 Einwohnern besucht worden.

Kohlendioxid sparen

Zum Auftakt wurden noch einmal die Ziele des Konzeptes sowie erste Ergebnisse vorgestellt. Unterm Strich soll in den vier S-Bahn-Gemeinden Birkenwerder, Hohen Neudenorf, Glienicke und Mühlenbecker Land, die zum Untersuchungsraum gehören, weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden. Deshalb soll ein regionales Radroutennetz entwickelt, der Verkehrsfluss allgemein optimiert, der Verkehr an sich aber reduziert, das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr ausgebaut sowie die Elektromobilität verbessert werden.

Modell für die Region

Grundlage für ein Verkehrsmodell für die Region, das das Verkehrsgeschehen in den S-Bahn-Gemeinden abbildet, Berechnungen zu künftigen Entwicklungen erlaubt sowie die Wirkung von Maßnahmen wie Neubaugebiete oder Straßensperrungen testen kann, sind umfangreiche Analysen des Verkehrsverhaltens. Dazu gehören Zählungen an Straßen, Auswertung vorhandener Daten, Befragungen an Bahnhöfen, Vor-Ort-Begehungen mit Bürgern sowie ein Fragebogen, der eigentlich per Postwurfsendung an alle Haushalte in den vier Gemeinden gehen sollte. Doch das ging mächtig schief.

Zustellung unbefriedigend

In allen Orten war die Zustellung unbefriedigend (wir berichteten). Viele Haushalte bekamen den Brief zu spät oder auch gar nicht. Die Post hat für die Panne noch keine Erklärung. „Wir sind mit dem Auftraggeber hinsichtlich weiterer – bislang noch offener – Details in Kontakt, um die Ursachen für die in Teilen  verspätete Auslieferung abschließend zu klären“, teilte Anke Blenn, Sprecherin der Deutschen Post DHL, auf Nachfrage mit. Anfang September seien fehlende Briefe vor allem im Mühlenbecker Land zugestellt worden.

Frist verlängert

In Birkenwerder hat das offenbar nicht funktioniert. Gut die Hälfte der Teilnehmer der Bürgerwerkstatt am Montagabend hatte keinen Fragebogen bekommen. Nils Scheffler vom Planungsbüro „urban experts“, das die Bürgerbeteiligung koordiniert, verwies am Montag auf das Internet. Dort könne der Fragebogen online ausgefüllt werden. Wer keinen Zugangscode hat, kann ihn auf der Seite generieren. Doch auch dort gibt Probleme. „Ich habe lange gefummelt, bis ich einen Code hatte. Der funktionierte aber nicht“, sagte am Montagabend ein Teilnehmer der Bürgerwerkstatt. Er holte sich den Code dann vom Nachbarn. Der hatte zwei Briefe bekommen. Bei einem anderen Birkenwerderaner ließ der Virenschutz am Rechner den Zugriff nicht zu.
Max Bohnet vom zweiten Planungsbüro Gertz-Gutsche-Rümenapp bot Einwohnern bei Problemen an, sich direkt an die Büros zu wenden.
Einen Stichtag für die Befragung, wie ursprünglich geplant, gibt es nicht mehr. Die Antworten können sich auf einen beliebigen Werktag beziehen. Teilnahmeschluss ist Mitte Oktober.

Ideen gesammelt

Am Ende der Bürgerwerkstatt am Montagabend konnten die Teilnehmer ihre Ideen und Anregungen zur Verbesserung der Mobilität benennen. Auch diese Vorschläge fließen in das Verkehrsmodell mit ein.
Die nächste Bürgerwerkstatt findet am Mittwoch, 16. September, um 18 Uhr in der Stadthalle Hohen Neuendorf statt. In Glienicke ist der Workshop am 21. September um 18 Uhr in der Schulmensa.