Mit Hochdruck suchen Polizei, Freunde und mehrere Suchhundeführer auch in Oberhavel nach dem Berliner Tim Winkelmann, der seit vergangenem Mittwoch vermisst wird.

Erste Spur auf dem Stolper Feld

Suchhund des ehrenamtlichen Suchhundevereins „K9“ haben am Montagabend Geruchsspuren des 39-Jährigen am Rande des Stolper Feldes und in Frohnau gefunden. Am Dienstag wurden dann mehrere Orte in Hennigsdorf und der Veltener Bernsteinsee abgesucht. Bis zum späten Vormittag verlief die Suche nach dem Familienvater allerdings ergebnislos.
„Wir vermuten, dass Tim sich auf dem Weg nach Hamburg befindet“, sagte sein Freund und Trauzeuge Axel Kmonitzek, der von Hamburg aus die private Suchaktion koordiniert. Freunde haben auch eine Homepage (www.wirsuchentim.de) veröffentlicht.

Aufruf der Berliner Polizei

Die Berliner Polizei hat am Freitag die Bevölkerung gebeten, Hinweise auf den Vermissten zu melden. Nach deren Angaben wird der durchtrainierte Triathlet seit den Morgenstunden des 23. September vermisst. Zuvor hielt sich der Sportjournalist in der Charité Berlin am Charitéplatz auf. Zeugen berichteten laut Polizei, dass sie den Vermissten gegen 7.40 Uhr im Bereich des Hauptbahnhofes beziehungsweise des Bundeskanzleramtes gesehen haben. In der Hand soll er ein Messer gehalten und eine blutende, verbundene Wunde am linken Arm gehabt haben. Das konnte bislang aber nicht bestätigt werden. Etwa 20 Minuten später bestand telefonischer Kontakt zu Angehörigen. Seitdem fehlt von Tim Winkelmann jede Spur.

Trainierter Triathlet

Tim Winkelmann wird wie folgt beschrieben: 35 bis 40 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, schlanke Figur, dunkelblonde, mittellange Haare. Er war mit blauer Jogginghose, schwarz-weißem T-Shirt, grau-blauer Strickjacke und Flipflops bekleidet.
Die Ermittler fragen, wer den Vermissten seit dem 23. September gesehen hat. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei der Direktion 5 (City), Friesenstraße 16, in Berlin-Kreuzberg unter der Rufnummer 030 4664573430 (zu Bürodienstzeiten) oder unter 030 4664571100 (außerhalb der Bürodienstzeiten), per E-Mail oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Der Freundeskreis ist unter der Rufnummer 0171 7754994 zu erreichen.

Verschwinden ist ein Rätsel

Für seine Freunde ist das Verschwinden von Tim Winkelmann ein Rätsel. „Wir wissen nicht, was passiert ist“, sagte Christian Witte, der die Suchhundführer in Oberhavel begleitet. Der Mann, der vor zwei Wochen Vater eines Sohnes wurde und bereits einen dreijährigen Sohn hat, wird als äußerst besonnen und hilfsbereit beschrieben.

Ehrenamtliche Hundeführer

Der Suchhundeverein „K9“, der Privatpersonen, aber auch Behörden wie Polizei und Zoll unterstützt, ist mit sieben Mitgliedern im Einsatz. Alexandra Grunow, Gründerin der Vereins, ist extra aus Wörthsee in Bayern angereist, um mit ihrem Bloodhound „Knödel“ zu helfen. Weitere Personenspürhundeführer sind aus Eckernförde und Stade angereist. Sie arbeiten ehrenamtlich ohne Honorar. Lediglich die Fahrt- und Übernachtungskosten müssen von den Auftraggebern, in diesem Fall die Freunde von Tim Winkelmann, übernommen werden.
Die Freunde von Tim Winkelmann hoffen, dass die erfahrenen Hundeführer , die seit Jahren für verschiedene Polizeipräsidien und Kriminalämter deutschlandweit ehrenamtlich in den Bereichen Rettung und Forensik erfolgreich in Einsätze sind, den Vermissten oder zumindest eine entscheidende Spur finden.

Suchhunde sind oft erfolgreich

Das Suchhundezentrums hat mehrere Stützpunkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit 1998 ist Gründerin Alexandra Grunow in der Rettungshundearbeit als Ausbilderin aktiv. Ihre Hunde (Langhaar Weimaraner, Jagdterrier, Bloodhounds) sind in der höchsten Stufe des Mantrailing, das ist die Personensuche unter Einsatz von Gebrauchshunden, offiziell geprüft. In acht Jahren absolvierte die Landsbergerin über 300 Mantrailing-Einsätze für die Polizeipräsidien München und Oberbayern mit zahlreichen erfolgreichen Ergebnissen. Ihr Rettungshund Arthos (Beauceron) wurde 2003 zum Weltrettungshund in den USA gekürt. Bei der Rettungshunde-Weltmeisterschaft in Dänemark erreichte sie ebenfalls 2003 mit Husky-Retriever Mix Pancho den siebten Platz. Ihr Bloodhound Hitchcock ist Weltrekordhalter im Mantrailing.