Vision: Neues Leben im alten Bahnhof

So könnte das Bahnhofsgebäude nach seiner Sanierung aussehen: mit Balkonen auf der Rückseite und einem Anbau an der Stirnseite.
Volkmar ErnstDer Liebenwalder Bahnhof ist mit seiner symmetrischen und von zwei angedeuteten Türmen flankierten Fassade eine markantes Gebäude. Es liegt zwar nicht direkt im Zentrum, ist jedoch gut zu erreichen. Das sind neben der Hoffnung, dass der Bahnbetrieb auf der Strecke zwischen Wensickendorf und Liebenwalde in naher Zukunft wieder reaktiviert werden kann, die Gründe, weshalb die Stadt das Gebäude erworben hat. Doch die will das Haus nicht leer stehen lassen, sondern nutzen. Das geht auch, wie eine von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ergeben hat.
Vorgeschlagen wird darin unter anderem, dass im Erdgeschoss die Volkssolidarität mit ihrem Treffpunkt einzieht. Ein Angebot, dem Marlies Düsterhaupt als Chefin der Liebenwalder Ortsgruppe, offen und positiv gegenübersteht. Zustimmung signalisiert auch der Kreisverband. Zusätzlich soll das Gebäude durch einen Veranstaltungssaal mit einer Größe von bis zu 105 Quadratmetern Fläche und 90 Plätzen ergänzt werden. Zwischen diesem und den Räumen der Volkssolidarität könnten Küche und Sanitärtrakt entstehen, für beide.
Die Unterbringung der Bibliothek im Obergeschoss des Bahnhofsgebäude war eine weiter Option, die untersucht wurde. Auch das wäre theoretisch möglich, jedoch sind dafür zusätzliche Investitionen erforderlich, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten. Insofern wurde davon Abstand genommen. Im Obergeschoss zwei Wohnungen einzurichten, wurde von den Mitgliedern des Bauausschuss mit Hinweis auf zu erwartenden Geräuschbelästigungen abgelehnt, sollte die Bahnstrecke wieder reaktiviert werden. Dort Gewerbeflächen oder Büros unterzubringen, das können sich die Kommunalpolitiker gut vorstellen.
Damit ist klar, wie das Bahnhofsgebäude in der Perspektive wieder genutzt werden soll. Daraus konkrete Planungen zu machen, dafür gaben die Parlamentarier im Verlauf der jüngsten Sitzung ihre Stimme ab. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, die notwendigen Planungen in Auftrag zu geben. Soweit möglich, sollen dafür Fördermittel beantragt werden.
Erst wenn die Planungen konkrete Formen angenommen haben, und dafür muss als Grundvoraussetzung erst einmal ein Büro gefunden werden, kann ein Zeitplan für die Umsetzung erarbeitet werden, so der Hinweis der Verwaltung. „Zeitnah“ ist deshalb bislang der Begriff, mit dem die nun bestätigten Planungen beschrieben werden.
Heidekrautbahn
1901 wurde die Heidekrautbahn von der Renickendorf-Liebenwalder-Groß Schönebecker Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft geplant und auch gebaut.Am 1. Dezember 1997 wurde der Zugbetrieb auf dem Streckenabschnitt von Wensickendorf nach Liebenwalde wegen der fehlenden Nachfrage eingestellt.
2019 ergab eine Machbarkeitsstudie, dass eine Reaktivierung des Streckenabschnittes theoretisch möglich sei. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.⇥veb