Vor Spiel gegen Hansa Rostock: Fans von Rot-Weiss Essen im Zug angegriffen

Die Bundespolizei ermittelt nach der Attacke auf einen Sonderzug mit Fußball-Fans von Rot-Weiss Essen. Was im Detail passiert ist.
Carsten Rehder/dpa- Sonderzug mit Fußballfans von Rot-Weiss Essen auf dem Weg nach Rostock angegriffen.
- Notbremse wurde gezogen, Zug gestoppt und von Vermummten attackiert.
- Scheiben gingen zu Bruch, Auseinandersetzungen außerhalb der Waggons.
- Bundespolizei ermittelt, ob Angreifer Hansa Rostock-Fans sind.
- Anpfiff des Spiels wurde um eine halbe Stunde verschoben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Sonderzug mit Fußball-Fans von Rot-Weiss Essen ist auf der Fahrt zum Drittliga-Spiel beim FC Hansa Rostock zum Halten gebracht und attackiert worden. Eine Sprecherin der Bundespolizei bestätigte auf Nachfrage den Vorfall, der sich vor dem Spiel am Samstag (26. Oktober) bei Gransee (Oberhavel) nördlich von Berlin zugetragen hat. Der Angriff erfolgte von etwa 200 größtenteils vermummten Männern.
Wegen der Schwierigkeiten bei der Anreise der Essener wurde der Anpfiff der Partie in der 3. Liga um eine halbe Stunde auf 14.30 Uhr nach hinten verlegt.
Noch unklar, ob Angreifer Fans von Hansa Rostock sind
Laut mehreren Medienberichten soll im Zug, in dem sich Hunderte RWE-Anhänger aufgehalten haben, die Notbremse gezogen worden sein, um die Fahrt zu stoppen. Die Ostsee-Zeitung berichtet, dass der Zug im dichten Nebel auf Höhe Gransee zum Stehen gekommen sei. Eine größere Gruppe vermummter Menschen habe daraufhin den Zug attackiert, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet, dass dabei auch Steine und Böller geflogen seien. Mehrere Scheiben seien zu Bruch gegangen, auch außerhalb der Waggons soll es zu Auseinandersetzungen gekommen sein.
Ob es sich bei den Angreifern um Fans von Hansa Rostock handelt, konnte die Polizei bislang noch nicht bestätigen. Die Ostsee-Zeitung berichtet wegen vieler Bilder, die in den Sozialen Medien kursieren allerdings davon, dass die Täter maskierte Rostocker Hooligans seien. Weiter schreibt die Zeitung, dass rund 150 Essener Anhänger nach den Angriffen der knapp 200 maskierten Täter den Zug verlassen hätten und es dann zu Auseinandersetzungen gekommen sei.
Der Zug fuhr dann laut Sprecherin der Bundespolizei in den Bahnhof Gransee zurück, wo die Fans von Rot-Weiß Essen dann in reguläre Züge umsteigen konnten. Die beschädigten Waggons des Sonderzuges wurden versiegelt.
Insgesamt sollen in dem Sonderzug 700 bis 850 Essen-Fans gesessen haben. Die Fans erreichten das Spiel in Rostock erst zur zweiten Halbzeit. Vor dann 22.500 Fans siegte Hansa Rostock gegen Rot-Weiß Essen mit 4:0.
Die Betreiberin des Sonderzuges ist die Centralbahn GmbH aus Mönchengladbach, die sich unter anderem auf die Vercharterung von Zügen bis zu 1000 Personen für Fußballfans spezialisiert hat. Für eine Stellungnahme war dort bislang niemand zu erreichen.
Polizei ermittelt Tatverdächtigen: Mann (20) aus Nordwestmecklenburg
Die Polizeiinspektion Rostock teilte am Sonnabendabend mit, dass im Zuge der ersten Ermittlungen zu dem Angriff auf den Sonderzug mehrere Hinweise registriert wurden. Darüber hinaus sei ein 20-jähriger deutscher Tatverdächtiger aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg identifiziert werden. Er stehe in Verdacht, an dem Angriff beteiligt gewesen zu sein.
Während der weiterführenden Ermittlungen wurde der Polizei zufolge die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht. Hierbei seien Beweismittel sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden müssen, so die Polizei. Der Tatverdächtige wurde „im weiteren Verlauf erkennungsdienstlich behandelt“. Es wurden also seine Personalien aufgenommen. (mit dpa)
