Die Routine hat Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz nicht verlernt. Das mehr als zwei Meter lange Stollengebäck, das vor ihm auf einem Holzbrett liegt, wird mit 60-prozentigem Rum übergossen, dann flambiert und schließlich in Stücke geschnitten und verteilt. Die Menschen warten ungeduldig auf die süße Gabe.
Schließlich gab es den Weihnachtsgans-Auguste-Markt zuletzt vor drei Jahren. Wegen der Corona-Pandemie wurde 2020 und 2021 pausiert. Mit dem Stollenanschnitt ist der Markt auf dem Schlossplatz zurück.
Friedrichs Wolfs Weihnachtsgans Auguste im roten Pullover wacht auf dem Schlossbalkon über dem Weihnachtsmarkt.
Friedrichs Wolfs Weihnachtsgans Auguste im roten Pullover wacht auf dem Schlossbalkon über dem Weihnachtsmarkt.
© Foto: Klaus D. Grote
Am Freitagmittag stoßen die ersten Gäste schon mit Bechern an und freuen sich auf den darin dampfenden Glühwein. Einige nutzen die Mittagspause, um sich mit Grünkohl zu stärken. Alle Aufmerksamkeit liegt dann aber beim Weihnachtsmann, der auf der Rampe eines Schlosspark-Fahrzeugs stehend, auf den Schlossplatz gefahren wird. „Hohoho“, ruft er ins Mikrofon, das ihm die als Engel verkleidete Vivienne Netzeband vor den weißen Rauschebart hält, und läutet mit seiner Glocke. Dann hilft der Weihnachtsmann beim Anschneiden und Verteilen des Stollens, bittet schließlich Kinder, ein Gedicht aufzusagen. Die dürfen sich dafür eine Süßigkeit aus dem Sack nehmen.
Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz flambiert den Stollen, bevor das Gebäck angeschnitten und kostenlos verteilt wird.
Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz flambiert den Stollen, bevor das Gebäck angeschnitten und kostenlos verteilt wird.
© Foto: Klaus D. Grote
Bis 19 Uhr ist der Weihnachtsmann heute für Fotos auf der Bühne anzutreffen. Auch am Sonnabend und Sonntag ist er da. Am Freitag um 19 Uhr lädt zudem der Bürgermeister zum Weihnachtssingen vor dem Schloss ein. Und natürlich steht die Weihnachtsgans Auguste von Autor Friedrich Wolf im Mittelpunkt des Markttreibens.

Feuerwerk im Schlosspark

Stelzenläufer Blasius Sternenstaub unterwegs begeisterte die Gäste am Sonnabend. Der Höhepunkt und funkelnder Abschluss des Tages war aber das weihnachtliche Feuerwerk aus dem Schlosspark heraus. „Die Menschen waren begeistert“, sagt Organisatorin Kathrin Günther-Kalsow. „Ich fürchte, dass wir das nun jedes Jahr machen müssen.“ Das Feuerwerk zum Weihnachtsmarkt war eine Premiere und ein Ersatz für die Absagen von Feuerwerken beim Stadtfest und beim Schlossparkfest wegen Trockenheit.
Genug für alle: Der mehr als zwei Meter lange Stollen wurde zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes verteilt.
Genug für alle: Der mehr als zwei Meter lange Stollen wurde zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes verteilt.
© Foto: Klaus D. Grote
„Überall duften Leckereien und liebevoll gestaltetes Kunsthandwerk sowie regionale Spezialitäten laden zum Staunen und Stöbern ein“, machte die TKO auf den dreitägigen Markt neugierig. Leider mussten zwei Händler kurzfristig absagen, krankheitsbedingt und weil Ware fehlte. Insgesamt gebe es in der Region weniger Händler, weil einige ihr Geschäft wegen der Pandemie aufgeben mussten, sagt Kathrin Günther-Kalsow.
Hier gibt‘s Schokolade vom Weihnachtsmann.
Hier gibt‘s Schokolade vom Weihnachtsmann.
© Foto: Klaus D. Grote
Die Stimmung sei insgesamt sehr gut gewesen - bei Besuchern und Händler. Etwa 1000 Menschen kamen am Freitag auf den Schlossplatz. Sonnabend waren mindestens doppelt so viele. An einigen Ständen bildeten sich Schlangen.

Sonntag gibt es günstige Weihnachtsbäume

Wie an den Vortagen gibt es auch am Adventssonntag (11. Dezember) Musik und die Wolf-Geschichte über die Weihnachtsgans. Bei Plentz werden Plätzchen gebacken, der Weihnachtsmann wartet auf Wünsche und im festlich geschmückten Weihnachtspavillon auf Kinder, die sich mit ihm fotografieren lassen wollen. Besonderer Hingucker dürfte ein Tannenbaum auf einem Segway sein. Ab 14 und bis zum Ende zu 18 Uhr spielt zudem die Band „The Marchiing Saints“. Die Truppe ist mobil unterwegs und will mit weihnachtlichen Hits aus aller Welt für Stimmung sorgen. Für den Weihnachtsgans-Auguste-Markt wird kein Eintritt erhoben.
Schnäppchenjäger sollten bis zum Ende des Weihnachtsmarktes gegen 18 Uhr warten. Dann werden die als Dekoration aufgestellten Nordmanntannen (15 Euro) und Fichten (10 Euro) günstig abgegeben und auf Wunsch auch in Netze verpackt.
Freuen sich ganz besonders, dass es endlich wieder einen Weihnachtsgans-Auguste-Markt in Oranienburg gibt (v.l.): Denise Deutsch vom Tourismusverein, Engel Vivienne Netzeband und Kathrin Günther-Kalso von der TKO
Freuen sich ganz besonders, dass es endlich wieder einen Weihnachtsgans-Auguste-Markt in Oranienburg gibt (v.l.): Denise Deutsch vom Tourismusverein, Engel Vivienne Netzeband und Kathrin Günther-Kalso von der TKO
© Foto: Klaus D. Grote
Mehr zu den Weihnachtsmärkten in Brandenburg finden Sie auf einer Themenseite.
Auguste mit Turmbläsern auf dem Schlossbalkon
Auguste mit Turmbläsern auf dem Schlossbalkon
© Foto: Klaus D. Grote