Wiedereröffnung: Stadtgefängnis wurde neu gestaltet

Bürgermeister Jörn Lehmann mit einer Karte aus dem Archiv der Hansestadt Stralsund, die beweist, dass die Truppen August des Starken einst vor der Liebenwalder Burg lagerten. Sie wird in der neuen Ausstellung zu sehen sein.
Volkmar ErnstFast 30 000 Euro haben die Mitglieder bei lokalen Unternehmen, dem Land Brandenburg und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse eingeworben, um die Räume noch attraktiver und übersichtlicher zu gestalten und bestimmte Ausstellungstücke präsentieren zu können. Dazu gehört unter anderem ein Ausstellungsschrank mit Schubladen, in dem die Besucher historische Karten vorfinden. Eine, die Lehmann bei seinen Recherchen im Archiv der Hansestadt Stralsund entdeckt hat, belegt sogar, dass August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, einst vor der Burg Liebenwalde lagerte. Nun gut, ob seine Majestät tatsächlich die Liebenwalder Burg gesehen hat, wer kann das schon sagen? Doch seine Truppen haben laut der historischen Karte 1711 vor den Toren der Burg gelagert, als die Sachsen gegen Schwedisch-Pommern ins Feld gezogen waren.
Ein Rundgang durch die Burg
Da von der einstigen Burganlage heute nur noch wenige Gemäuer existieren, haben sich die Museumsmacher etwas Besonderes ausgedacht. Sie laden die Besucher zu einem virtuellen Rundgang durch die Anlage ein. Das geht ebenso, wenn jemand das Liebenwalder Stadtzentrum anhand historischer Aufnahmen erkunden möchte. Einfach auf den Touchscreen drücken und schon startet die Reise in die Vergangenheit!
Die Umbauarbeiten gehen auf die Vorschläge einer Studentengruppe der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin zurück, die sich 2015 das Heimatmuseum angesehen und danach Vorschläge erarbeitet hat, wie die Exponate noch besser – auch thematisch – in Szene gesetzt werden können. In der Folge wurde 2015 die Ausstellung zur Geschichte der Schifffahrt und des Finowkanals überarbeitet, zwei Jahre später die Ausstellung zur Geschichte der Niederbarnimer Eisenbahn. Beide befinden sich im unteren Eingangsbereich des Museums. Als Drittes wurden nun auch die Ausstellungen im Obergeschoss neu geordnet.
Das Museumsfest am Sonntag, 12. Mai, beginnt um 11 Uhr. Bis 16 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, sich in den historischen Gemäuern umzusehen. Der Heimat- und Geschichtsverein wird Führungen durch das neu gestaltete Museum anbieten. Die Brassband „Märkisch Blech“ wird im ehemaligen Knasthof für musikalische Kurzweil sorgen. Zur Stärkung gibt es Kaffee und Kuchen sowie Deftiges vom Grill, versprechen die Organisatoren.
Öffnungszeitenund Preise
Geöffnet ist bis Oktober jeweils dienstags bis sonntags (außer an Feiertagen) von 10 bis 16 Uhr. Führungen außerhalb der Öffnungszeiten können telefonisch unter 033054 85057 vereinbart werden. Das gilt gleichermaßen für Stadtführungen.
Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, für Schüler und Studenten 50 Cent. Kinder bis sechs Jahren haben freien Eintritt. Bei Besuchergruppen ab zehn Personen sinkt der Eintritt pro Person auf 1,50 Euro. Die Teilnahme an Stadtführungen ab zehn Personen kostet pro Person 1,50 Euro. (Sie werden zum Museumsfest allerdings nicht angeboten.)⇥veb