Noch ist das weitläufige Gelände des früheren Funkamtes Zehlendorf eine Brache. Die Solwo-Group will das bekanntlich ändern – mit nachhaltiger Unterstützung der Bürger, deren Vorstellungen in das Vorhaben einfließen sollen. Das verspricht zumindest die Berliner Immobilen-Projektentwicklungsgesellschaft, die bereits im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben Anregungen und Ideen für den Standort Zehlendorf von rund 750 Gästen nutzen konnte.
Geschäftsführer Seno Ince begrüßte die Gäste am Sonntag zum nunmehr dritten Funkamtsfest. Gemeinsam wolle man die Vision eines innovativen 15-Minuten-Dorfes Realität werden lassen. Es gehe um künftige Agrar-Strukturen mit zukunftsweisenden Perspektiven.
Ehemalige Funkamt Mitarbeiter ließen sich die Chance nicht entgehen:Beim dritten Funkamts-Fest in Zehlendorf wurden bis zu 1.000 Besucher gezählt.
Ehemalige Funkamt Mitarbeiter ließen sich die Chance nicht entgehen:Beim dritten Funkamts-Fest in Zehlendorf wurden bis zu 1.000 Besucher gezählt.
© Foto: Thomas Pilz
Extra, aber nicht allein für die neue Arbeitswelt des Homeoffice soll eine digitale Infrastruktur errichtet werden. Nicht zuletzt gehe es aber um eine effektive und rasche Direktanbindung nach Berlin, mit der Bahn und mit dem Auto.

Heidekraut in Hochbeeten gepflanzt

Bei der diesjährigen interaktiven Zukunftswerkstatt konnten die Besucher anhand eines 3D-Modells „einen Eindruck von den Entwicklungsmöglichkeiten der Region gewinnen“. Projektleiter Mark Stephan erläuterte die Rahmenbedingungen. Interesse fand zudem ein Backofen, der aus fertig vorbereitetem Teig Hanfbrote entstehen ließ. An einer Papierwand war es den Gästen möglich, mittels Zeichenstiften „Graphical Records“ zu schaffen, um bildhaft darzustellen, was man sich von dem Modellprojekt Zehlendorf wünscht.
Reges Interesse fand der Catering-Bereich. "Sommerliche Köstlichkeiten" wurden angeboten.
Reges Interesse fand der Catering-Bereich. „Sommerliche Köstlichkeiten“ wurden angeboten.
© Foto: Thomas Pilz
Erika, das dieser Tage blühende Heidekraut, wurde von Besuchern in Hochbeeten gepflanzt. Denn „neues Leben und Arbeiten auf dem Land Wirklichkeit werden lassen und die Lebensqualität des ländlichen Raums mit den strukturellen Vorzügen einer Stadt in Einklang bringen“, lautet das Credo bei dem Modellprojekt.

Perspektiven der Heidekrautbahn nutzen

Rege war das Interesse am Sonntag. Tatsächlich ließen es sich bis zu tausend Gäste nicht entgehen, beim dritten Funkamtsfest dabei zu sein. Ob aus einer konkreten Hoffnung heraus, um in Zehlendorf sesshaft zu werden, oder eher der Neugier wegen, wie es mit der Vision weitergeht.
Die Solwo-Verantwortlichen erklärten nochmals: „Zukunftsweisende Perspektiven für die Nahverkehrsanbindung und Mobilität vor Ort werden hier ebenso anschaulich gemacht, wie die ressourcenschonende und soziale Konzeption des Quartiers“.
Passend zur Heidekrautbahn: "Erika" konnten die Gäste in Hochbeeten pflanzen
Passend zur Heidekrautbahn: „Erika“ konnten die Gäste in Hochbeeten pflanzen
© Foto: THomas Pilz
So vielseitig das Programm, so sommerlich war die Verköstigung. Marc Stephan beschwor auf Nachfrage von MOZ.de die Stadtverwaltung Oranienburg, sich hinter das Vorhaben zu stellen und landesplanerischen Hürden nicht zum Vorwand zu nehmen, der Vision eine Absage zu erteilen.