„La le lu“: Der Mann im Mond

Am 15. August ist wieder Vollmond.
Kay HarzmannKomponiert und getextet wurde es 1950 von Heino Gaze (1908—1967). Große Bekanntheit erlangte das Gute–Nacht–Lied durch den Spielfilm „Wenn der Vater mit dem Sohne“, der 1955 gedreht wurde — mit dem „La le lu“ singenden Heinz Rühmann in der Hauptrolle.
„La le lu, nur der Mann im Mond schaut zu...“ — Die erste Liedzeile kennen die meisten von uns. Doch warum ist es ein zuschauender Mann im Mond? Schließlich gibt es ja auch den deutschen Musikfilm „Frau Luna“ von 1941. Der kleine Gedankenkreis schließt sich bei den alten Römern, die eine Mondgöttin namens Luna verehrten. Demnach sollte man dem Mond eher ein weibliches Prinzip zuordnen können. Was sprachlich in der Weise Niederschlag finden müsste, dass es nicht der, sondern die Mond heißt.
Tatsächlich bestehen diesbezüglich Unterschiede bei den Sprachen, in denen Begriffe nach weiblichem und männlichem Geschlecht unterschieden werden. Allen voran natürlich im Italienischen ist vom weiblichen la luna die Rede, gleichlautend im Spanischen. Der Sonne wird übrigens in diesen romanischen Sprachen das männliche Geschlecht zugeordnet, demnach el sol.
Eine Antwort darauf, ob männlich oder weiblich im Ursprung richtig ist, gibt es anscheinend nicht. Das Geschlecht wurde durch die jeweilige Mythologie der Menschen bestimmt. Auf www.vollmond.info findet sich ein aufschlussreicher Beitrag zum Thema. Demnach gab es in der nordischen Mythologie, im Gegensatz zu den Römern, eine männliche Mondgottheit namens Mani. Von ihr leitet sich die deutsche Bezeichnung für den Erdtrabanten her. Wenn also in „La le lu“ von einem Mann im Mond gesungen wird, ist das für unsere Breiten durchaus zutreffend.