Der fast 17-jährige Manni aus Semlin bei Rathenow lässt sich vom Lebertumor nicht unterkriegen. Denn der Border-Terrier ist ein Kämpfer und inzwischen sogar ein kleiner Medienstar. Dafür sorgten zunächst Posts in sozialen Netzwerken, die Alltagserlebnisse aus Mannis Sicht schildern. Inzwischen  gibt es sogar zwei Bücher mit seinen Geschichten und Weisheiten.

Aus Hamburger Tierheim geholt

Im August 2019 holte die Neu-Semlinerin Anja Wienekamp, nach vielen Schwierigkeiten und Unterstützung vieler Hunde-Freunde, den Border-Terrier aus dem Hamburger Tierheim zu sich. Ein behandelnder Tierarzt hatte Manni damals nur noch einen Lebensmonat gegeben. Mit der Prognose lag der Doktor glücklicher Weise daneben.

Gut vernetzte Border-Terrier-Fans

Anja Wienekamp, ihren ersten Border-Terrier namens Udju hielt sie von 2003 bis 2018, war in sozialen Netzwerken auf Manni aufmerksam geworden. Border-Terrier-Fans seien eben ein „verrücktes Volk“ und gut vernetzt, wie sie berichtet. Manni ist auch nicht der einzige Hund im Haushalt. Seine vierbeinigen Mitbewohner sind Anja Wienekamps vergleichsweise jungen Border-Terrier Alfie (7) und Maddox (5).

Kleidung, Windeln und Schmerzmittel

Neben dem Lebertumor macht dem Hundesenior auch Demenz zu schaffen, weswegen er Windeln trägt. Auf Grund des Zustands seines Fells muss er sogar Kleidung tragen, weil er sonst frieren würde. Manni benötigt spezielle Nahrung und Schmerzmittel. Doch das macht es ihm möglich, mit den anderen noch regelmäßig an die frische Luft gehen zu können.

Soll Erlebnisse in Buchform heraus geben

Seit er bei seinem neue Frauchen wohnt, hat dieses täglich Infos gepostet. Etliche Unterstützer und Hundefreunde, die via Internet Anteil an Mannis Leben nehmen, hatten die gebürtige Hessin darin bestärkt, Mannis Erlebnisse per Buch zusammenzufassen. Über die sozialen Netzwerke war auch der Kontakt zu den Border-Terrier-Fans Constanze und Eugen Gliege aus Semlin zustande gekommen.

Kontakt zu Constanze und Eugen Gliege

Die Herausgeber von Büchern im Selbst-Verlag nahmen sich der Geschichten an. Und so entstanden mit ihrer Hilfe im vergangenen Jahr, bei guter Resonanz auf drei Kontinenten, bereits zwei reich bebilderte Bücher, in denen Manni auf jeweils rund 70 Seiten über sich plaudert. Die Titel lauten: „Mannis Tippigeflüster“ und „Mannis Tippigeflüster geht weiter“.

Tipi statt Hundekorb

Im offenen Hundekorb habe sich Manni unwohl gefühlt, wie seine Halterin über die Titelwahl erzählt. Daher habe er zwei kleine Hunde-Tipis bekommen. „Abends sitze ich im Bett und schreibe die Posts und die kleinen Geschichten auf“, so Anja Wienekamp. „Manni liegt in seinem Tipi, und ich habe das Gefühl, als ob er mir aus seinem Weisheiten-Tempel geradewegs berichtet, was er alles bei seinen kleinen Ausflügen am Tage erlebt hat, welche anderen Tiere er kennenlernte.“

17. Geburtstag am 16. Februar

Am 16. Februar hat Manni 17. Geburtstag. Ihn einschläfern zu lassen, war nie eine Option für sein Frauchen. So lange sie spüre, dass noch Lebenswillen in  ihm steckt und der jetzige Tierarzt ihr nicht rät, Manni nun gehen zu lassen, „gehen wir weiter im Leben zusammen“, so Anja Wienekamp. „Und so lange wird es auch weiter Geschichten von Manni geben.“

Drittes Buch in Arbeit

Seit etwa zwei Monaten lebt die Autorin nun mit ihren Hunden in Semlin. Ein  drittes Buch  ist dort bereits in Arbeit. Indes sind „Mannis Tippigeflüster“ und „Mannis Tippigeflüster geht weiter“ bei Anja Wienekamp per E-Mail an udjumail@me.com  oder im regionalen Buchhandel verfügbar.