Bundeswettbewerb: Garlitz zum Silberdorf erklärt
Ganz vorn stehen acht „Golddörfer“, zu denen Dissen im brandenburgischen Landkreis Spree–Neiße zählt. Es war im September 2018 als Sieger aus dem märkischen Landeswettbewerb hervorgegangen. Garlitz kam auf Platz 2. Beide sollten sodann Brandenburg auf Bundesebene vertreten.
Dass 1161 erstmals urkundlich erwähnte Garlitz in der Gemeinde Märkisch Luch, Amt Nennhausen im Landkreis Havelland, hatte einen langen Anlauf nehmen müssen, um den Sprung in die Überregionalität zu schaffen. Zwei Mal war das Dorf auf havelländischer Kreisebene im Wettbewerb gescheitert. Im Oktober 2017 erstmals zum Sieger erklärt, ging es auf brandenburgische Ebene über.
Als Garlitz erstmals angetreten war, lebten rund 400 Leute dort. 2018 waren es 446 — diese Zahl steht auf www.bmel.de im Kurzprofil zum Dorf, das am 2. Juli durch die Bundesbewertungskommission besucht wurde. Ebenso ist dort über den Finalisten zu lesen: „Die Garlitzer Bevölkerung stellt sich den Herausforderungen des demografischen Wandels, indem sie die Attraktivität des Ortes nutzt. Das Dorf präsentiert sich heute als ein sehr junges, aktives und offenes Dorf.“
Mit den Erfolgen einher gingen Prämien: 2.000 Euro vom Landkreis (2017) und 5.000 Euro vom Land (2018). Als Silberdorf auf Bundesebene kann sich Garlitz nun über 10.000 Euro freuen. Weitere 3.000 Euro sind mit dem Sonderpreis „Kultur im Dorf“ verbunden, den es auch jetzt gab. Die Jury hat insgesamt sechs Sonderpreise vergeben.
Kultur genießt in Garlitz tatsächlich hohen Stellenwert. Theateraufführungen auf dem Dorfanger zeugen davon. Das nächste Stück heißt „Hochzeit in Garlitz“ und wird am 6., 7. und 8. September gezeigt. Es handelt sich um eine Inszenierung frei nach Motiven des Romans von Günter de Bruyn „Hochzeit in Weltzow“. Es kommen Laienschauspieler zum Einsatz. Karten im Vorverkauf sind bereits erhältlich, wofür man sich am besten an Ortsvorsteherin Gudrun Lewwe unter 033878/ 60253 wendet. Sie ist gleichsam Vorsitzende des sehr aktiven Garlitzer Heimatkulturvereins.
Durch Berichterstattungen im Zusammenhang mit der Wettbewerbsteilnahme seit 2017 hat das Dorf seine überregionale Popularität erheblich gesteigert. Die Preise in der Tasche, die attestierte Zukunft vor Augen, geht es jetzt weiter im Dorf. Sichtbares Zeichen dafür ist die im Aufbau befindliche Webseite https://garlitz.de. Damit schließt sich das Dorf an die große weite Welt an. Dass derweil das mittig zwischen der havelländischen Kreisstadt Rathenow und Nauen gelegene Dorf an Wochenenden vom ÖPNV–Busverkehr weiterhin abgekoppelt ist, daran können die Garlitzer nichts ändern. Das ist eine Angelegenheit des Landkreises Havelland.

