Am Mittwoch, 3. März 2021, startet in Brandenburg das Modellprojekt mit Corona-Impfungen in Arztpraxen. Zunächst soll das Vorhaben in vier Praxen in Bad Belzig, Senftenberg, Pritzwalk und Wittenberge umgesetzt werden. Aus dem Havelland ist keine Praxis beim Start dabei.

„Die Gesundheitsministerin hängt das Havelland beim Impfen ab“

„Es ist nicht mehr nachvollziehbar, weshalb im Havelland bisher weder ein Impfzentrum in Betrieb ist, noch eine andere Impfmöglichkeit in einer Klinik oder einer Hausarztpraxis geschaffen wird“, so der Landtagsabgeordnete Christian Görke (Die Linke), der aus Rathenow stammt, und seine Fraktionskollegin Andrea Johlige aus Nauen. „Die Gesundheitsministerin hängt das Havelland beim Impfen ab. Uns interessiert sehr, wie sie das den Bürgerinnen und Bürgern im Havelland erklären will.“

Görke und Johlige sprechen von vollständigem Versagen

In der Kritik steht hier die aus Falkensee stammende Ursula Nonnemacher (B’90/Grüne), Ministerin seit November 2019. Mittlerweile könne man nicht mehr nur von einem organisierten Impfchaos reden, „in Bezug auf das Havelland ist es ein vollständiges Versagen“, so Johlige und Görke. Andererseits loben sie, dass das Modellprojekt überhaupt startet.

Initiative von Dr. Hanjo Pohle aus Rathenow

„Wir begrüßen es ausdrücklich, dass nun endlich unser bereits im Januar gemeinsam mit dem Arzt und Vorsitzenden des Hartmannbundes Brandenburg, Dr. Hanjo Pohle, unterbreiteter Vorschlag, die vorhandene Struktur der Hausärzte einzubeziehen, in Angriff genommen wird. Die Hausärzte kennen ihre Patienten und können sie schnell und unkompliziert zur Impfung einladen. Auch entfällt der für Hochbetagte zum Teil beschwerliche Transfer zum nächsten Impfzentrum“, so Görke. Der Mediziner, den Görke meint, ist ein Hausarzt mit Praxis in Rathenow.

Zentrale Lösung ungeeignet für das Havelland

Andrea Johlige betont, dass das nun startende Modellprojekt nur ein erster Schritt sein könne. Die Impfstrategie müsse grundlegend überarbeitet werden. „Die zentrale Lösung der Impfzentren ist besonders für Flächenlandkreise wie dem Havelland ungeeignet. Was wir dringend brauchen ist eine Vielzahl von Impfstellen im Havelland“, so die Landespolitikerin.
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